Presse
Konzert der Stadtkapelle am 05.04.2014

    Stadtkapelle begeistert mit „Titanic“-Vertonung
 

Musiker bewegen sich zwischen „Drama und Komödie“ beim Konzert in der Stadthalle

Gäubote-Artikel vom 08.04.2014

Mit recht wenigen, dafür aber sehr anspruchsvollen Stücken bestritt die Stadtkapelle Herrenberg am Samstagabend ihr Konzert in der Stadthalle und sorgte für große Begeisterung beim Publikum. Thematisch bewegten sich die Musiker zwischen „Drama und Komödie“.


Von David Nau


Auch die Jugend der Stadtkapelle Herrenberg zeigte ihre musikalischen Qualitäten
GB-Foto: Schmidt


"Auf dem Programm stehen zwar nur drei Stücke je Part, die haben es jedoch in sich", kündigte der Vorsitzende der Stadtkapelle, Philipp Jakob, zu Beginn des Konzertes an - er sollte recht behalten. Gleich zu Beginn präsentierte das Große Blasorchester unter der Leitung von Dirigent Matthias Beno mit der Karneval-Ouvertüre von Antonin Dvorak eines der anspruchsvollsten Stücke des Abends. Mit rasanten Läufen und der ganzen Bandbreite an Dynamik-Abstufungen ließ der Klangkörper schon zu Beginn seine musikalischen Qualitäten aufblitzen. Die temperamentvolle Konzert-Ouvertüre ließ sich bereits dem Namen nach in die Kategorie Komödie einordnen und endete in einem fröhlichen Finale im Fortissimo, das den Musikern ohne übertriebene Kraft oder allzu großes Forcieren gelang.

Vierfach-Forte beim Zusammenstoß

Höhepunkt des ersten Konzertteils war jedoch "Titanic", das die Jungfernfahrt und den Untergang des Ozeankreuzers vertont. Der Schweizer Komponist Stephan Jaeggi komponierte das Stück nur neun Jahre nach der Schiffskatastrophe und beschreibt mit vielen musikalischen Stilmitteln die Fahrt des legendären Luxusliners. So stampfen zu Beginn des über 15 Minuten langen Werks die Schiffsmotoren - dargestellt durch Grummeln im tiefen Holz und Blech. Sodann ertönen Trompetenfanfaren: der Ozeankreuzer sticht in See. Durch einen tänzelnden Dreivierteltakt wird das fröhliche Treiben an Deck des Schiffes vermittelt, später bricht die Nacht über das Schiff herein, was in den Oboen deutlich zu vernehmen ist. Der Zusammenstoß mit dem Eisberg ist kaum zu überhören: Mehrere Takte steigert sich das Orchester in ein massives Vierfach-Forte, um sich dann wieder zu beruhigen - bis am Ende Grabesstille herrscht.

"Wirklich sehr anstrengend"

Konzentriert meisterte das Orchester das höchst anspruchsvolle Werk - "es ist aber wirklich sehr anstrengend", gab Philipp Jakob zu. Bevor das Jugendorchester die Bühne betrat, entführten die Musiker die Zuschauer aber noch nach Südspanien. Mit "Almansa", das eine südspanische Stadt und deren Geschichte beschreibt, ertönten mediterrane und teilweise auch arabische Tonfolgen in der Stadthalle.

Die Jugendkapelle unter Leitung von Branko Herbstreit überzeugte das Publikum mit der schottischen Dudelsackmelodie "Highland Cathedral" und Peter Maffays "Nessaja" aus dem Musical Tabaluga. Viele bekannte Ohrwürmer bescherten die Jugendlichen ihrem Publikum mit der "Simon-&-Garfunkel-Collection". Ohne eine Zugabe schaffte es der Stadtkapellen-Nachwuchs nicht: Mit "The Final Countdown" machte die Kapelle wieder Platz für das aktive Orchester.

Das bewies im zweiten Teil, dass es nicht nur höchst anspruchsvolle konzertante Blasmusik kann, sondern dass auch die Unterhaltungsmusik sitzt. Mit dem Operetten-Marsch "Berliner Luft" startete die Formation mit hoher musikalischer Qualität aus der Pause. Ins Paris des 19. Jahrhunderts wurde das Publikum mit Teilen aus "Phantom der Oper" entführt. Bekannte Melodien tönten jubilierend im vollsten "Blech-Sound" durch die Stadthalle - das Publikum war begeistert.

Seinen Höhepunkt erreichte das Konzert in der Stadthalle dann mit "The Symphonic Beatles". Mit bekannten Evergreens wie "Yesterday", "A Hard Days Night" oder "Hey Jude" verabschiedete sich das Orchester brillant und bekam langanhaltenden Applaus für die bravourösen Darbietungen, die zu Recht bei Wertungsspielen in der Kategorien-Höchststufe geführt werden. Mit dem kraftvollen "Fliegermarsch" bewegte man das Publikum noch einmal zum begeisterten Mitklatschen, ebenso beim Marsch "Jubelklänge", der den Musikern noch einmal vollsten Einsatz abverlangte.

 



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