Presse
3. Erlebniskonzert 26. und 27. Oktober 2013

    Ab in den Dschungel und unter Wasser
 

Jugend- und Stadtkapelle auf den musikalischen Spuren von Walt-Disney-Klassikern

Gäubote-Artikel vom 29.10.2013

Beim dritten Erlebniskonzert der Herrenberger Jugend- und Stadtkapelle ist in der Stadthalle nicht nur musikalisches Kintopp angesagt. Das fantasiegeladene Notenkarussell drehte sich um niemand geringeren als: Walt Disney.


Von Rüdiger Schwarz


Jugend- und Stadtkapelle setzten die Musik von Disney-Klassikern musikalisch in Szene
GB-Foto: Schmidt

Die Frau von der Kartenkontrolle trägt auf ihrer Wange einen schelmisch grinsenden grünen Drachen. Kinderschminke macht’s möglich. Und so wird am Eingang ins dunkle Tunnellabyrinth zum Saal in der Stadthalle zugleich ein kleiner Fingerzeig auf das Kommende gegeben. Denn im Walt-Disney-Zeichentrickfilm „Mulan“ tummelt sich genau so ein frecher und verschmitzter kleiner Drache. Wenngleich der rot ist. Also rein in den kurvigen Schlund. Denn wie sonst üblich durch die Türe geht es dieses Mal nicht ins Halleninnere.

Einfach per Regenschirm einschweben, das bleibt einer Mary Poppins überlassen. Und der steht man plötzlich auch gegenüber. Die Darstellerin in Herrenberg, die in die berühmte Paraderolle der beinahe ebenso berühmten Schauspielerin Julie Andrews als fliegendes Kindermädchen der etwas anderen Art schlüpft, wird allerdings ganz klassisch zu Fuß unterwegs bleiben. Weiter geht es durch den Tunnel, vorbei an schwarzen Gummispinnen in ihren Netzen, vorbei an Fledermäusen, durch mächtig viel Spinnwebenmoder – zu Halloween fehlen eben nur ein paar Tage. Vorbei an der pop- und korallenbunten Unterwasserwelt von Meerjungfrau „Arielle“, einem in lässiger Pose dösenden König der Löwen oder mystischen Feuer- und Himmelsdrachen, kriegt man doch noch den Schreck.


Gorilla reckt sich


Aber nicht bei der eher putzigen Oger- Puppe mit ihren knitzen Tubenöhrchen. Doch ehe man es sich versieht, reckt sich – den Überraschungseffekt auf seiner Seite – ein Gorilla. Captain Jack Sparrow bewacht in der Haltung englischer Bobbys des Buckingham Palastes seinen Schatz in der Kiste – recht froh, im Schwabenland nicht Johnny Depp heißen zu müssen.

Der Weg in den Saal ist gebahnt und es gibt den Soundtrack zu all den Szenen und Figuren, die eben im Eingangstunnel zu sehen waren. Jugend- und Stadtkapelle werden durcheinandergemischt und spielen als sinfonisches Filmorchester auf. Der Dirigent der Jugendkapelle, Branko Herbstreit, springt für den erkrankten Matthias Beno ein. Veronika Dressler leiht dem Orchester wieder einmal ihre Stimme. Nur singt sie dieses Mal nicht, sondern wird zur launigen Moderatorin und Geschichtenerzählerin. Walt-Disney-Spaß ist seit jeher eine ansteckende Angelegenheit. Nicht nur für die Kleinsten unter den Konzertbesuchern. Das Orchester wird zur musikalischen Zeitmaschine, die Jung und Alt durch ein halbes Jahrhundert Walt Disney beamt.

Die schnippischen Songs „Chim Chim Cher-ee“ oder „Superkalifragilistischexpiallegetisch“ springen genauso flott und keck wie die gewitzte Heldin Mary Poppins aus der musikalischen Zauberkiste. Man mag kaum glauben, dass der peppige und augenzwinkernde Sound ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat. „Mulan“, das sind quirlige chinesische Rhythmen, dazu Hufgeklapper und marschierende Soldatenkolonnen nebst romantisch verträumter Klangprise. Eben großes Gefühlskino.

Bei „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, „Colonel Hathis Marsch“ oder dem swingenden „Ich wär’ gern wie Du“ schnipsen und wippen – 40 Jahre hin oder her – Finger und Füße mit. Sobald sich die Holzbläserfraktion unter Schlangenbeschwörungsklängen dem hypnotischen Blick der Riesenschlange Kaa annimmt, ist das Dschungelbuch perfekt gemacht. Über Shrek Teil zwei, kommen mit „Livin’ La Vida Loca“, „Holding out for a hero“ und „Funkytown“ Latinopop-hymnischer Poprock und ein Schuss Disco-Funk aufs kurzweilige Konzerttableau. Zum Klangteppich von „Arielle“ lässt es sich vortrefflich in Romantik schwelgen, um unter dem energiegeladenen und opulenten Breitwandsound zum Fluch der Karibik die Segel für die säbelrasselnde Freibeutertour zu hissen. Eine Disney-Erfolgsgeschichte darf selbstredend nicht fehlen: „Der König der Löwen“. Da gesellen sich über „Hakuna Matata“ die leuchtenden und flirrenden Farben Afrikas zu den elegischen Popballaden Elton Johns hinzu.

 



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