Presse
Sommerfarbenn Konzert am 9. Juli 2013

    Ein wenig Sternenlicht hätte gepasst
 

Stadtkapelle und Sängerin Veronica Dressler gestalten Konzert

Gäubote-Artikel vom 11.07.2013

Die Fraglos profitieren sie voneinander: die Herrenberger Stadtkapelle und Veronica Dressler. Am Dienstag traten sie erstmals gemeinsam auf der Marktplatz- Bühne der Herrenberger „Sommerfarben“. „Sing, Swing, Rock!“ hatten sie diesen Abend überschrieben, bei der die Stadtkapelle tief eintauchte in die populäre Musik verschiedener Jahrzehnte – und die Sängerin die Mischung mit Glamour überzog.


Von Thomas Morawitzky


Die Herrenberger Stadtkapelle und Veronica Dressler:
Großer Konzertabend unter dem Titel „Sing, Swing, Rock!“
GB-Foto: Bäuerle

 

Ein Freunde von Walzer und Polka werden von der Stadtkapelle Herrenbergs dieses Mal nicht bedient. Stattdessen strecken die 65 Musiker unter der Leitung von Matthias Beno ihre Hände mitsamt der Instrumente sehnsüchtig aus nach den Sternen – jenen Hollywoods, Nashvilles, New Orleans’ oder des Londoner West Ends. Dort werden bekanntlich die Musicals geboren, die später auch das Publikum in Stuttgart oder auf dem Cannstatter Wasen entzücken – „Cats“ zum Beispiel, mit dem der zweite Teil des Herrenberger Abends beginnt, mit der sehr bekannten Melodie, zu der eine Glamour-Katze singt, die in ihrer Erinnerung schwelgt. Eine Rolle, in die – natürlich – mit zarter und trauriger Stimme Veronica Dressler schlüpft.

Kleiderwechsel

Die Haslacher Sängerin kennt man in Herrenberg noch unter ihrem Geburtsnamen Rüdenauer – sie sang mit vielen Orchestern und Combos rund um die Stadt, war immer wieder auch mit der Herrenberger Big Band als Jazzsängerin zu hören und tritt nun zum ersten Mal mit der Stadtkapelle – einem weitaus größeren, eingespielteren Klangkörper – vor ihr Publikum. Und sie wechselt das Kleid von einem ihrer Titel zum anderen, so dass das Publikum in der Sonne auf seiner Tribüne zugleich auch eine kleine Modenschau erlebt.

Seeger führt durchs Programm

„Mack The Knife“, bekannt aus der „Dreigroschenoper“, ein großer Hit auch von Ella Fitzgerald, gehört zu den Songs, zwischen denen die Sängerin sich umkleidet. „Diamonds Are Forever“, entliehen einem James-Bond-Film, wiederkehrend in der Zugabe, das wunderbar melancholische „Blue Moon“, ein Country-Song, den einst auch Elvis sang – und zuletzt, melodramatischer Höhepunkt, „Don’t Cry For Me, Argentina“ aus dem Musical „Evita“. Veronica Dressler nutzt die „Sommerfarben“- Bühne und die orchestralen Arrangements der Stadtkapelle für einen großen Auftritt. Christoph Seeger, der wie schon in Jahren zuvor das Publikum gewandt durch den Abend führt, spielt das glamouröse Spiel bereitwillig mit und geleitet die Sängerin in einer Pause galant von der Bühne.

Mondäne Höhen

Aber auch ohne den Zauber einer leidenschaftlichen Stimme erhebt die Stadtkapelle sich an diesem Abend in mondäne Höhen: „A Tribute To Elvis“ wirft sehr schnittig einige Hits dieses großen Sängers ins Spiel, tiefes und hohes Blech antworten sich mit dramatischer Schärfe beim „Jailhouse Rock“. Wenig später widerfährt eine ähnliche Auffrischung den älteren und rockigeren Stücken des ewig jungen Jon Bon Jovi – mit „Little Runaway“ beginnt dieses Medley, mit nervös vorandrängenden Holzbläsern. „Alexander’s Ragtime Band“ holt klassischen Jazz auf die Bühne, „Danzas Cubanas“ Rhythmen, die zum Wetter passen, wie die Banane zur Kokosnuss. Die Nacht kommt leider spät am Dienstagabend, oder das Konzert begann zu früh: Ein wenig Sternenlicht am Himmel hätte dieser Show ganz sicher gut gestanden.

 



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