Presse
Jahreshauptversammlung / Freitag, 1.März 2013

    Modernisierung ohne Verzicht auf die Tradition
 

Musikverein Stadtkapelle ruft „Mitgliederjahr“ aus und will Strukturen hinterfragen

Gäubote-Artikel vom 04.03.2013

Unter dem Stern der Selbstreflexion und der Mitgliedergewinnung wird das Jahr 2013 für den Musikverein Stadtkapelle Herrenberg stehen. Diesen Ausblick gewährte Vorsitzender Philipp Jakob bei der Jahreshauptversammlung des traditionsreichen Vereins.


Hans-Martin Fischer (links) wird von Musikvereins-Chef Philipp Jakob
für 50-jährigeMitgliedschaft geehrt
GB-Foto: Bäuerle


Von Nadina Dürr

Weiterhin bleibe die Kameradschaft und der Respekt, mit dem man sich gegenseitig begegne, "das, was den Musikverein ausmacht", beharrte Philipp Jakob am Freitagabend im "Botenfischer". Man wolle jedoch mit der Zeit gehen und strebe eine Modernisierung an, ohne mit der Tradition zu brechen. Vieles sei "schon lange so, wie es ist und muss hinterfragt und überdacht werden - vielleicht auch mit dem Ergebnis, dass es gut ist, wie es ist". Die Rahmenbedingungen auf den Prüfstand zu stellen - diese Anregung brachte Matthias Beno aufs Tapet. Eine Denkfabrik, in die auch Jungmusiker mit einbezogen werden sollen, schwebt dem Dirigenten vor: "Wir möchten nicht nur auf Entwicklungen reagieren, sondern diese vorausahnen können." Die Welt um die Vereine herum habe sich verändert, konstatierte Beno und hob insbesondere die Konsequenzen aus der Etablierung von Ganztagsschulen und G 8 hervor. Noch sei Herrenberg außen vor, "die Entwicklung wird uns aber irgendwann einholen: Wenn man sich umschaut, werden schon heute solche Auftritte, die Musikvereine eigentlich ausmachen, mit Desinteresse bestraft."

Noch sei es um die Stadtkapelle gut bestellt. 486 Mitglieder zählt der Verein; der Anteil der Jugendmitglieder liegt bei der Hälfte. Man wolle sich jedoch frühzeitig auf den demografischen Wandel und weitere Veränderungen einstellen. Hierzu gehört auch ein Fokus auf die Mitgliederwerbung im laufenden Jahr: Das "Mitgliederjahr der Stadtkapelle" rief der erste Vorsitzende deshalb aus. "Neue Überzeugungstäter" wolle man gewinnen und gewähre deshalb den im Jahr 2013 beigetretenen Mitgliedern freien Eintritt zu allen Konzerten. Die Vereinsarbeit lobte Oberbürgermeister Thomas Sprißler prompt, bezeichnete die Stadtkapelle als "Kulturträger ersten Ranges", hob das vorausschauende Agieren der Vorstandschaft im Hinblick auf die neuen Impulse hervor und ergänzte: "Veränderung um der Veränderung willen kann nicht Zweck und Ziel sein. Ich möchte sie aber ermuntern, mal was auszuprobieren."

Eine Auswahl der "74 musikalischen Termine 2013" ließ Gerd Henßler in seinem Bericht dann Revue passieren: vom ausverkauften Neujahrskonzert in der Längenholzmensa bis zum Konzert im Advent. Der Dirigent betonte das hervorragende Abschneiden beim Kreiswertungsspiel: "95 von 100 Punkten - das ist das beste Ergebnis in unserer Vereinsgeschichte." Jugendleiter Christian Luz wiederum zeigte sich "stolz auf die Entwicklung aller Jugendorchester." Die Jugendarbeit habe einen hohen Stellenwert, was sich auch im Bericht der scheidenden Kassiererin Kerstin Bertinchamp widerspiegelte: Eine hohe in die Jugend investierte Summe belegte sie und konnte dennoch ein "leichtes Plus" in der Bilanz verzeichnen. Schließlich bestätigte die Versammlung den ersten stellvertretenden Vorsitzenden Michael Schönhaar, Schriftführer Gerd Henßler und Jugendleiter Christian Lutz im Amt. Karlheinz Schwegler-Erb wird in die Fußstapfen von Kassiererin Kerstin Bertinchamp treten, Andreas Fischer und Jutta Weidelener übernahmen das Amt der Beisitzer und Helmut Däuble und Stefan Monorfalvi prüfen die Kasse.

Die bronzene Ehrennadel des Blasmusikverbands Baden-Württemberg erhielten für zehnjährige aktive Tätigkeit Tobias Grickscheidt, Regina Heumesser, Sylvia Schneider, Yvonne Strauß und Nina Weidelener, während Willi Vötterle die Vereinsehrennadel in Silber für 15-jährige Vereinszugehörigkeit entgegennahm. Bereits 25 Jahre aktiv im Verein sind Michael Däuble und Marion Kreis, die sich die Vereinsehrennadel in Gold verdienten. Auch fördernde Mitglieder ehrte der erste Vorsitzende: Peter Kappus, Harald Kennke, Ursula Marquardt, Ernst-Martin Schäberle, Ursula Schönhaar und Wolfgang Wörner für ihre 25-jährige Mitgliedschaft, Manfred Braun, Karl Haug, Bernd Honold und Walter Kopp für ihre 40-jährige Mitgliedschaft und Hans-Martin Fischer für seine 50-jährige fördernde Tätigkeit. Für seinen "unermüdlichen Einsatz" überreichte Philipp Jakob überdies ein "symbolisches Dankeschön" an Helmut Däuble.

 

 

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