Presse

    Der lange Weg zum Horn
 

Herrenberg: Elke Lang leitet ab dem kommenden Schuljahr auch das zweite Bläserteam der Stadtkapelle

Gäubote-Artikel vom 17.08.2012

Im kommenden Schuljahr wird es eine weitere Veränderung in der Jugendarbeit der Herrenberger Stadtkapelle geben: Elke Lang wird dann auch das zweite Bläserteam von Matthias Beno übernehmen. Für sie ist die musikalische Arbeit mit Kindern nicht nur Beruf, sondern Berufung.


Von Swantje Gerking


Die 51-jährige Dirigentin Elke Lang bei der Arbeit im Probenlokal der Stadtkapelle
in der Marienstraße      GB-Foto: Holom


Zu Obwohl sie vom Elternhaus her nicht musikalisch geprägt war, hat Elke Lang schon im Grundschulalter einen Bezug zur Musik bekommen. Das liege an der Waldorfschule, die sie besucht hat, erklärt sie im „Gäubote“-Gespräch. „Zunächst habe ich dort mit Geige angefangen, aber das war nicht meins“, fügt sie hinzu und denkt mit Schaudern an die schrägen Töne, die sie dem Streichinstrument entlockt hat. Die Blasinstrumente haben ihr viel mehr gelegen, fährt sie fort.

Am liebsten hätte sie Horn lernen wollen, aber „ich durfte das als Mädchen nicht. Damals waren die Regeln noch strenger, was die Instrumentenauswahl betrifft“, erinnert sich die heute 51-Jährige. Also griff sie zur Querflöte – für Mädchen ein akzeptables Instrument. Als 15-Jährige folgte sie einem Aufruf des Musikvereins in ihrem damaligen Wohnort Vaihingen/ Enz, der Mitspieler suchte. Sie wurde dort Mitglied und konnte so ihren Wunsch, mit anderen zusammen Musik zu machen, erfüllen.

Zuerst Erzieherin

Nach ihrem Abitur an der Waldorfschule in Pforzheim machte Elke Lang in Heilbronn zunächst eine Ausbildung zur Erzieherin. Aber die Musik ließ sie nicht los: Noch während der Ausbildungszeit zur Erzieherin absolvierte sie unter anderem einen Dirigentenlehrgang und betätigte sich als Jugend- und Vizedirigentin in ihrem heimatlichen Musikverein. „Mein Beruf als Erzieherin hat mir Spaß gemacht, aber Betreuung allein war mir zu langweilig“, begründet sie ihr Engagement. Also ließ die Pädagogin ihren Qualifikationen noch weitere folgen, darunter einen B-Lehrgang sowie eine berufsbegleitende Fortbildung in musikalischer Grundausbildung an der Bundesakademie in Trossingen. Daneben war sie bis zur Geburt ihres Sohnes 1993 Dozentin für Blockflöte, Querflöte und Musikalische Grundausbildung an der Jugendmusikschule in Balingen. Danach machte sich die begeisterte Motorradfahrerin als Notensetzerin und Arrangeurin selbstständig. 1999 eröffnete Lang einen Musikalienhandel, den sie 2004 in einen Internetshop verwandelt hat, den sie bis heute betreibt.

Damit nicht genug: Im gleichen Jahr begann die betriebsame Musikerin mit dem Aufbau und der Organisation der Jugendarbeit im Musikverein Balingen. 2002 absolvierte sie eine weitere Ausbildung „Leitung einer Bläserklasse“ und baute anschließend Bläserklassen für Grundschulkinder in Vaihingen/Enz auf. Perfekte Voraussetzungen also für die Jugendarbeit der Herrenberger Stadtkapelle.

Hier ist sie bereits seit November 2010 als Leiterin der „Jugendkapelle 2“ tätig. Eine Stelle, die sie aufgrund einer Blindbewerbung bekam: Der Weg von Balingen nach Vaihingen war ihr nämlich einfach zu weit, daher hat sie sich bei allen Musikvereinen im Umkreis von 50 Kilometern beworben. Ihre Arbeit in der Gäustadt ist so gut, dass die überzeugte Musikpädagogin im September vergangenen Jahres eines der beiden Bläserteams übernommen hat und ab kommendem Schuljahr auch das zweite Bläserteam leiten wird.

Im Unterschied zur Bläserklasse, in der im Klassenverband musiziert wird, bestehen die Bläserteams im Rahmen einer Kooperation von Stadtkapelle, Musikschule und den beiden Grundschulen der Kernstadt aus Kindern der dritten und vierten Klassen. Die Kinder erhalten pro Woche zwei Unterrichtseinheiten, nämlich eine Registerprobe bei einem Dozenten der Musikschule und eine Probe im Gesamtteam. Elke Lang ist begeistert von Konzept und Bezeichnung: „Das Projekt der Bläserteams finde ich einfach umwerfend. Es ist schön für Kinder, von Anfang an zusammen Musik zu machen.“ Dankbar ist sie auch darüber, dass sie sich ganz auf die Musik konzentrieren kann, weil Silvia Schneider von der Stadtkapelle alle Verwaltungsaufgaben übernimmt: „Wenn ich sie nicht hätte, wäre es ganz schön schwierig!“

Auch privat ist die Musik wichtig in ihrem Leben: Ihren Ehemann, ein gelernter Industriekaufmann, hat die Wahl-Balingerin im Musikverein Freudenstein kennengelernt, wo beide seit Jahren spielen. Er schon immer als Tubist, sie lange als Querflötistin – und seit ein paar Jahren als Hornistin …

 

 


Home | Aktuelles | Termine | Veranstaltungen | Verein | Stadtkapelle | Jugendarbeit | Kontakt | Sitemap


MV Stadtkapelle Herrenberg e.V.
Marienstraße 21
71083 Herrenberg