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Frühjahrskonzert der Stadtkapelle am 24.03.2012
   "Hervorragend war das"
 

Herrenberg: "Großen Meistern" widmete die Stadtkapelle ihr Frühjahrskonzert

Gäubote-Artikel vom 27.03.2012

Nicht allein im Scheinwerferlicht, sondern auch im tosenden Applaus sonnten sich die Blasorchester der Herrenberger Stadtkapelle bei ihrem Frühjahrskonzert. Lobeshymnen prasselten am Samstag von allen Seiten auf die Spieler ein.


Von Nadine Dürr


Das Notenblatt zum Georg-Schwenk-Marsch
GB-Repto


"Hervorragend war das!", freute sich Adalbert Deuringer, seines Zeichens Komponist des "Georg-Schwenk-Marsches". Als Höhepunkt hatte man die "Welturaufführung" des schmissigen Stücks ganz ans Ende des Programms gesetzt und schuf Georg Schwenk auf diese Weise ein Denkmal. Der noch aktive Saxofonist macht bereits seit seiner frühesten Jugend Musik und gestaltete die Entwicklung der Stadtkapelle 19 Jahre lang als Vorsitzender mit. Besonders um die musikalische Förderung der Jugend machte er sich verdient und darf sich heute neben Paul Schmidt Ehrenvorsitzender nennen. Mit Händen und Füßen imitierte das Publikum das zackige Tempo des Marschs, und auch Schwenk zeigte sich höchst zufrieden mit seiner musikalischen Würdigung.

Doch nicht nur Freunde der zünftigen Blasmusik fühlten sich bei der Stadtkapelle ganz in ihrem Element. Mit den berühmten Werken "großer Meister" bedienten die Spieler dem Applaus zufolge exakt, was die rund 330 Zuhörer von ihnen erwarteten. Ganz auf den Wiedererkennungseffekt setzte man und bündelte einen bunten Strauß mit Kompositions-Gewächsen von Schostakowitsch über John Williams bis Rossini. Rasche Tempi und ein dynamisches Mittel, das sich meist irgendwo im Bereich forte einpendelte, herrschten vor. Spieltechnisch präsentierte man sich auf hohem Niveau mit nur kleinen Schönheitsfehlern: Einige Läufe in der "Diebischen Elster" erklangen nicht ganz synchron und verwischten die Klangstruktur etwas. Ansonsten jedoch herrschte Präzision. Stadtkapelle-Dirigent Matthias Beno und seine 75 Spieler konnten sich aufeinander verlassen.

Schwungvoll blies das große symphonische Blasorchester mit Jan van der Roosts "Arsenal" den Abend ein, fegte wie ein Wirbelwind über die "Diebische Elster" und stellte mit der "Festlichen Ouvertüre" Schostakowitschs ihr Wahlstück für die Wertungsspiele im Mai vor. Mit Trompetenfanfaren, Paukenschlägen und strotzender Energie erinnerte der russische Komponist in seinem Opus 96 an die Oktoberrevolution.

Auf die sieben Weltmeere

Überraschend versiert zeigte sich das Jugendblasorchester unter der Leitung von Branko Herbstreit. Nachdem die rund 30 Spieler den "Radetzky-Marsch" geblasen hatten, begaben sie sich auf die sieben Weltmeere, vielmehr: zu den Piraten der Karibik, meisterten die Taktwechsel und die Percussion hinterließ ein paar hübsche Rhythmus-Ohrwürmer. Die böhmische Polka "Wir Musikanten" mit Festzelt-Charakter führte abschließend in Volksmusik-Gefilde.

Im zweiten Teil des Abends stachen vor allem die temperamentvollen "Danzas Cubanas" hervor, die Trompete und Posaune glänzende Auftritte verschafften. Auch Philip Sparke durfte natürlich nicht fehlen, und mit "The Cowboys" bezog das große Orchester auch noch einen Star der Filmmusik, John Williams, mit ein. Traditionelle und zeitgenössische Blasmusik, Klassik, Filmmusik und eine Weltpremiere - die Stadtkapelle setzte auf eine wohlbekannte, aber beim Publikum bewährte Dramaturgie. Die charmanten Moderationen der Klarinettistin Nina Weidelener trugen ihr Übriges zu einem äußerst wohlgesonnenen, teils begeisterten Publikum bei. Und so strahlten die Musiker nach einem "für uns anspruchsvollen Konzert", wie der Vorsitzende Philipp Jakob einräumte.

Günther Bergert vom Blasmusik-Kreisverband Böblingen war seiner eigenen Aussage zufolge ganz erpicht darauf, das Konzert der Stadtkapelle, "einer der führenden Musikvereine im Landkreis", zu besuchen. Er ehrte Christa Roth (Bassklarinette), Turmbläser Jürgen Schilling (Flügelhorn) und Andreas Marquart für ihre 40-jährige aktive Vereinsmitgliedschaft.

 


Philipp Jakob und Günther Bergert ehrten Christa Roth, Andreas Marquart und
Jürgen Schilling für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Stadtkapelle (von links)
GB-Foto: Bäuerle


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