Presse
Konzert im Advent in der Stiftskirche am 04.12.2011
    Keine Schräglagen in der Musik
 

Herrenberg: 400 Besucher verfolgen das Konzert der Stadtkapelle in der Stiftskirche

Gäubote-Artikel vom 07.12.2011

Groß das Konzert der Stadtkapelle Herrenberg in der Stiftskirche, groß auch das Publikum: Matthias Beno und seine Musiker füllten ihn mit Weihnachtsmusik, Sinfonie und Schlechtgetümmel. So monumental gerade dieses Gemälde ausfiel, so sehr gab es Grund dazu, an Frieden zu denken.


Von Thomas Morawitzky


Klangkörper auf sehr hohem Niveau:
Die Stadtkapelle beim Konzert im Advent in der Stiftskirche
GB-Fotos: Bäuerle


Gemeinsame Lieder rahmten ihn ein, diesen traditionellen Auftritt, an dem in diesem Jahr rund 400 Besucher teilhaben wollten: Zum Auftakt des Abends in der Herrenberger Stiftskirche sangen sie "Oh komm, Emmanuel, mach frei dein armes Israel", zum Ausklang und zum Abschied von der Stadtkapelle "O, du fröhliche". Dazwischen ein Programm, für dessen Ausführung Dirigent Beno seine Musiker nicht umsonst ausführlich lobte: Die Fanfaren, die Pauken, die blasmusikalischen Euphorien stiegen an diesem Abend ebenso formschön und majestätisch in die Höhe wie die Bögen der großen Kirche. Nur natürlich ungleich gerader. Denn dass es in der Architektur der Kirche Schräglagen gibt - dem Untergrund zu verdanken -, ist bekannt. In der Musik der Stadtkapelle gab es solche nicht.

Erhebende Pracht

Ganz im Gegenteil: Die Ouvertüre zu Georg Friedrich Händels Feuerwerksmusik versprühte erhebende Pracht nicht minder als die Sinfonie für Bläser des weniger bekannten Franz Josef Gossec (1734 bis 1829). Peter Tschaikowskis Ouvertüre 1812 dann war das Zentrum des Konzertes - ein Werk, das in einen regelrechten Krieg musikalischer Themen ausbricht, der Marseillaise und einem russischen Volkstanzthema, deren Aufeinandertreffen hier die ganze Präzision deutlich macht, die die Herrenberger Stadtkapelle zu leisten imstande ist

Für Dekan Eberhard Feucht war das Stück Anlass zu Adventsworten, die, im Kontrast zum musikalisch aufgeführten Konflikt, auf das Thema dieses Adventsprogrammes zielten: "und es ward Frieden." Von einem Frieden, der seit nun 66 Jahren herrscht in Deutschland sprach er, von der verblassenden Erinnerung an die Zeiten des Krieges und die Urangst vor ihm, die wieder aufflackert an Tagen wie dem 11. September 2001. "Nicht immer", so Feucht abschließend, "können wir die Schuld den Obrigen geben. Es gibt auch in unserem Leben Zusammenhänge, in denen wir sehr viel ändern können."

Bekannte Weihnachtsmelodien

Die Stadtkapelle selbst leitete von dort aus über zu friedfertigeren, weihnachtlichen Klängen, die dennoch mit großer Klangwirkung aufwarteten - Alfred Reeds vor 50 Jahren komponierte "Russian Christmas Magic", voll von leisen Passagen und russischer Seele, aber auch auftrumpfend mit Paukenschlägen und gewaltigen Einsätzen der Bläser. "A Fantasy of Carols" schließlich bescherte den Zuhörern abschließend einen Reigen bekannter Weihnachtsmelodien, vielschichtig arrangiert für den großen Apparat eines Blasorchesters.




 


 
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