Presse
Stadtfest 2011
    Der Dauerregen kühlt die Stimmung ab
 

Herrenberg: Trotz großer Programmvielfalt zieht der Musikverein nur eine durchwachsene Stadtfest-Bilanz

Gäubote-Artikel vom 18.07.2011

Es hätte so schön sein können, das Herrenberger Stadtfest. Angenehme Temperaturen, gute Musik und eine ebenso gute Stimmung an den sieben Standorten in der Altstadt. Kulinarische Köstlichkeiten in fester und flüssiger Form, ein ansprechendes Rahmenprogramm am Samstagnachmittag auf der Marktplatzbühne. Doch dann kam der Sonntag und sorgte mit seinem Dauerregen für eine durchwachsene Stadtfest-Bilanz.


Von Sabine Haarer


Beim Herrenberger Stadtfest gehört musikalische Unterhaltung auf der
Marktplatzbühne zum guten Ton
GB-Fotos: Bäuerle


Cocktails und mehr - "Es gibt für alle und jeden etwas", so die grobe Programmzusammenfassung von Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler bei der Eröffnung des Stadtfestes am Freitagabend. Das Stadtfest markiert traditionell den Abschluss des zweiwöchigen Kulturfestivals "Sommerfarben". Er sollte recht behalten. Was die kulinarischen Leckereien und was die musikalische Unterhaltung betraf, alle kamen auf ihre Kosten. Pizza, Ofenkartoffeln oder ganz traditionell Rote und Steak vom Grill zum Hauptgang. Crêpes, mit Schokolade überzogene Obstspieße und ein Stück Torte als Nachtisch - hungrig musste während dieser drei Tage niemand nach Hause gehen. Auch die Getränkeauswahl war riesig: Da gab es Bier ganz pur und mit unzähligen Geschmackszusätzen, bunt gemixte Cocktails mit und ohne Alkohol, Chardonnay und Shiraz als Probierschluck oder im Weinkelch zum Genießen.

Und die Musi spielt dazu - Ebenso vielfältig war die musikalische Umrahmung auf dem Stadtfest - wobei sich die meisten Vereine an das Motto "bewährt und beliebt" gehalten und stadtfesterprobte Bands und Gruppen eingeladen hatten. So spielten beim Liederkranz im Klosterhof an beiden Abenden die Band "Yahoo", die Affstätter Kicker hatten für den Samstag "Mi-Re-Na" verpflichtet, tags zuvor sorgten "Dicke Fische" für "schwäbische Extase" am Bronntor. Bei den Baseballern wechselten sich Madison Bow und Vereins-DJ Volkhard Günther ab. Vier neue Gesichter präsentierten sich hingegen auf der Bühne am Place de Tarare. Bei den Handballern traten "Diet dope" auf und zeigten, welch gute Musik man mit drei Gitarren, Drumset und mehrstimmigem Gesang machen kann. Währenddessen hatten die Herrenberger Pfadfinder und die Oberjesinger Kicker auf Live-Musik verzichtet und konzentrierten sich voll auf Essensausgabe und Ausschank.

Die "Fressgasse" - Dieses Konzept hatten auch die Gastronomen in der Stuttgarter Straße übernommen. Die Wirte hatten alle verfügbaren Sitzgelegenheiten ins Freie geschafft und lockten abseits des eigentlichen Festes mit speziellen Wochenend-Angeboten. Darunter Getränke inklusive Hip-Hop-Musik, "Stadtfest"-Maultaschen mit Kartoffelsalat, mit Gyrosteller oder Döner zum Mitnehmen. Da verwunderte es nicht weiter, dass schon kurz nach Festbeginn am Freitagabend ein neuer Name für die Altstadtgasse gefunden wurde: "Die Fressgasse".

In die alte Heimat - Doch außer kulinarischen Leckerbissen konnten in der Stuttgarter Straße weitere Schätze entdeckt werden. Die katholische Kirchengemeinde hatte dort, wie in jedem Jahr, ihren Flohmarkt aufgebaut. Neben Glas- und Haushaltswaren waren Spielwaren und Bücher aufgebaut worden. Der Erlös wird, ebenfalls traditionell, für die Arbeit einer Hebamme und für die Instandhaltung eines Brunnens nach Mali geschickt. Im Gros der vielen ehrenamtlichen Helfer war auch Brigitte Hack. Die "Frau der ersten Stunde" im Ausschuss Weltkirche wohnt zwar inzwischen seit Jahren in München, doch für das Stadtfest-Wochenende kommt sie regelmäßig in die alte Heimat. "Das ist optimal, denn so kann ich auf einen Schlag alle Bekannte von früher treffen", erzählte sie am Samstag.


Nervöse Cheerleader -
Einen "optimalen" Samstagnachmittag erlebten auch Bettina Balog und Madeleine Cig. Die beiden 13- und 14-Jährigen aus Gäufelden hatten mit der Cheerleader-Gruppe des VfL Herrenberg ihren ersten Stadtfest-Auftritt. Entsprechend groß war die Nervosität. "Wir waren total aufgeregt und haben richtig gezittert", erzählten die Freundinnen, die im vergangenen September gemeinsam mit dem Cheerleader-Training begonnen haben. Doch während der Choreografie hätte sich die Anspannung gelegt, mit ihrer Leistung waren Bettina und Madeleine zufrieden. "Das macht einfach total Spaß", schwärmte der "Eagles"-Nachwuchs nach dem Auftritt. Spaß hatten auch die anderen Gruppen, die am Samstagnachmittag ihren Auftritt auf der Marktplatz-Bühne hatten: Die Speedy Jumpers des TSV Kuppingen, die verschiedenen Gruppen des TSC Herrenberg, die Klasse acht der Vogt-Heß-Schule und die Hip-Hop-Tänzerinnen der Ballettschule Tabea.

Sechs Verletzte - Wenig Störungen hatten die Helfer des DRK-Ortsvereins Herrenberg während ihrer beiden Stadtfest-Abende zu vermelden. Sechs Verletzte am Freitagabend, neun am Samstagabend registrierten Einsatzleiter Torsten Stele und seine insgesamt 26 Kollegen. "Vor allem Schnitt- und Schürfwunden" mussten von den Ersthelfern versorgt und verbunden werden. Zwei davon mussten im Herrenberger Krankenhaus genäht werden. Eine dritte Person wurde nach einem Stromunfall eingeliefert. "Da haben ein paar rumgeturnt und einer hat einen Schlag erwischt", so Torsten Stele. Insgesamt sei das diesjährige Stadtfest aus DRK-Sicht "normal" verlaufen.

Programm auf der Bühne - Viel besser als "normal" verliefen die beiden ersten Stadtfest-Tage, am Freitag und Samstag herrschte überall dichtes Gedränge, die Hauptorganisatoren von der Stadtkapelle waren mit Fest und Besucherresonanz zufrieden. Der älteste Musikverein Deutschlands selbst hatte bei der Programmauswahl seinen Schwerpunkt auf die Blasmusik gesetzt. Wie vielfältig die sein kann, zeigten am Freitag Norbert Reiff und seine Musikanten. Hallten früh am Abend noch Lerchenpolka und mit der "Bimmelbahn" ein Geburtstagsständchen für die Sauschwänzlebahn über den Marktplatz, ging es später in Richtung Schlager und Big-Band-Sound. Die bot auch die gleichnamige MSS-Band aus Frankfurt am Samstag, bereits zum dritten Mal spielten die Hessen im Gäu. Weitere Gäste auf der Marktplatz-Bühne: Die vereinseigene Gruppe "Schlossberggeister", der Musikverein Öschelbronn mit Dirigentin Simone Bendig und die Gäumusikanten mit ihrem musikalischen Leiter Rainer Eitelbuß.

Die Bilanz - "Zum Frühschoppen war es recht gut besucht", erzählte Stadtkapellen-Chef Philipp Jakob. Am Nachmittag dann sorgte der Dauerregen dafür, dass das Stadtfest ein wenig früher als geplant ausklang. Ähnlich im Klosterhof, wo der Liederkranz die jungen Chöre aus den umliegenden Gäugemeinden zum Singen eingeladen hatte. Am Bronntor war da schon alles aufgeräumt, aufgrund fehlender Unterstellmöglichkeiten hatte der SV Affstätt sein Sonntagsprogramm ersatzlos gestrichen. Dennoch waren die Verantwortlichen mit den drei vergangenen Tagen ganz zufrieden: "Der Freitag war ganz gut besucht und am Samstag war alles optimal", so Philipp Jakob.



 


 
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