Presse
Stadtfest 2011
    Aber nächstes Jahr kommt der Fassanstich
 

Herrenberg: Seit gestern Abend läuft das Stadtfest in der Altstadt

Gäubote-Artikel vom 16.07.2011

Manchmal hat es ein Oberbürgermeister nicht leicht. Besonders dann, wenn er eigentlich ein Stadtfest eröffnen will.


Von JOCHEN STUMPF


Mit Pauken und Trompeten: Philipp Jakob von der Stadtkapelle und
Oberbürgermeister Thomas Sprißler eröffnen das Stadtfest auf dem Marktplatz
GB-Foto: Bäuerle


Herrenbergs OB Thomas Sprißler schickt sich gerade an, das alljährliche Spektakel auf dem Marktplatz auf den Weg zu bringen, da beschwert sich eine Frau bei ihm über die Schließung des Haslacher Wegs. Doch das ist nur eine Randnotiz für das Stadtoberhaupt, der sich seine gute Laune nicht nehmen lassen will.

Auch nicht davon, dass eine breite Masse - es sind gut 300 Herrenberger auf den Marktplatz gekommen - eigentlich erwartet, dass Sprißler gemeinsam mit Philipp Jakob, Vorsitzender des Musikvereins Stadtkapelle, nun ein Bierfass ansticht. "Das hat sich irgendwie so rumgesprochen", sagt Sprißler. Woher dieses Gerücht komme - keine Ahnung. Sprißler und Jakob interpretieren es indes einfach als Wunsch der Masse. "Nächstes Jahr wird es definitiv einen Fasanstich geben", verspricht Sprißler und greift zu seinem Babyweizen, um einen Schluck auf die Besucher zu trinken. "Dieses Jahr machen wir es einfach auf dem kleinen Dienstweg."

Dabei meint es dieses Jahr gut mit den Feierfreudigen. "Ich schaue nach oben", sagt Sprißler von der Bühne, "Da hatten wir es vor zwei Jahren aber viel schlimmer. Das ist das richtige Wetter." Jetzt strahlt die Sonne. Die Marschklänge der Stadtkapelle animieren mit "Musik, Musik" und dem "Egerländer Marsch" zum Mitklatschen und Schunkeln.

"Vergnügen so nötig wie Arbeit"

Sprißler zitiert Lessing: "Vergnügen ist so nötig wie die Arbeit." Ob die Arbeit nötig sei, wolle er einmal dahingestellt lassen. Damit die Tausende von Besuchern ihr Vergnügen haben, gehört die Arbeit von sieben Vereinen, die dieses Jahr das Stadtfest ausrichten, aber unabdingbar dazu. Schon im Vorfeld - und an den drei Tagen, an denen Herrenberg mit seinen Besuchern feiert. "Vergnügen werden alle genug haben", ist sich der OB sicher.

Denn beim Herrenberger Stadtfest zählt die "tolle Vielfalt in allen Bereichen", die Sprißler nicht erst bei seinem vierten Spektakel in der Altstadt entdeckt hat. "Es gibt für alle und jeden etwas - auf den Bühnen und den Genüssen." So sieht Sprißler seine Stadt - "so passt das zu Herrenberg".

Diese Vielfalt ist schon kurz nach der Eröffnung aus allen Gasen zu hören, zu schmecken, zu riechen. Vom einen Platz dringt Blasmusik ans Ohr, aus der anderen Straße dröhnt live der Cover-Rock, der mit den Hits aus der Konserve um die Gunst der Besucher buhlt, während sich Pommes von dort, Pizza von da und Steaks von ganz drüben einen Wettstreit um die Nasen und Münder liefern.

OB Sprißler hat derweil schon die Randnotiz zu Beginn des Stadtfests vergessen und lässt sich das Bier schmecken - wohl wissend, dass er gegen später und vermutlich auch am heutigen Samstag noch so manche Bemerkung zu diesem oder jenem wird anhören müssen. Aber schließlich weiß einer, der Lessing zitiert, dass Arbeit und Vergnügen nahe beieinanderliegen können.


 


 
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