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Sommerfarben Konzert 2011
    Musikalische Delikatessen mit Überraschungen
 

Stadtkapelle zeigt sich bei "Stars in Concert" von ihrer besten Seite

Gäubote-Artikel vom 07.07.2011

Unter dem Motto "Stars in Concert" zeigte sich die Herrenberger Stadtkapelle am Dienstagabend auf dem Marktplatz von ihrer besten Seite. Von Jacques Offenbach bis Phil Collins reichte das Spektrum des vielseitigen Konzerts im Rahmen der "Sommerfarben".


Von Nadine Dürr


Von Jacques Offenbach bis Phil Collins reichte das Spektrum des vielseitigen Konzerts
GB-Foto: Holom


Als mutig erwies sich die Entscheidung, terminlich in Konkurrenz zum dritten WM-Spiel der deutschen Frauen-Nationalelf zu treten. Nicht ganz füllten sich die Ränge auf dem Marktplatz, doch rund 300 Blasmusik-Freunde hielten dem ältesten Musikverein Deutschlands dennoch die Treue. Sie sollten es nicht bereuen. Sowohl die "Stars" der Stadtkapelle, die in mannigfachen Solo-Partien ihr Können bewiesen, als auch die Stars der internationalen Pop- und Rockmusik standen im Zentrum des unterhaltsamen Abends.

Offenbachs Ouvertüre aus der Operette "Orpheus aus der Unterwelt" mit dem berühmten Cancan "Galop Infernal" bildete den mitreißenden Auftakt des Abends. Schmetternd, spielerisch und mit weit ausladenden Bögen zeigte die Stadtkapelle gleich zu Beginn vollen Einsatz. Die an Vogelstimmen erinnernden Solo-Passagen mit Trillern in Klarinette und Oboe spielten kurzzeitig noch einmal den Frühling herbei. Ihren großen Auftritt hatte im Anschluss die 16-jährige Klarinettistin und Erste Preisträgerin beim Musikschulwettbewerb, Nina Weidelener. Souverän und mit großer Präzision meisterte sie die wellenartig anbrandenden Arpeggien und Läufe und betörte so das Publikum mit dem sanften, dumpfen Klang ihrer Klarinette. Ein halbes Jahr Probezeit kostete sie das Studium der Solo-Partie des "Konzerts für Solo-Klarinette" von Nikolai Rimsky-Korsakow. Belohnt wurde diese Mühe mit großem Applaus und einer Umarmung des musikalischen Leiters Matthias Beno. An die zentrale Funktion der Trompete als Kommunikationsmittel auf dem Schlachtfeld erinnerte der sich in Hochform befindende Moderator Christof Seeger und stimmte damit auf die schmissigen "Cavalry Trumpets" Wim Laseroms ein. Das elfköpfige, männlich dominierte Trompetenregister füllte diese Ankündigung mit Leben und deckte somit den in der Militärmusik wurzelnden Part der Blasmusik ab. Traditionell gab sich auch die fröhliche "Bayrische Polka" Siegfried Rundels, die der 20-jährige Solist Christian Luz mit den charakteristischen gleitenden Glissandi anführte.

Vor der Pause wagten sich die 66 Musiker an einen der größten Kassenschlager der Musical-Geschichte heran: Cats. Schwelgend, elegant schleichend, dann wieder tapsend spielten sie sich durch die größten Erfolge des Andrew-Lloyd-Webber-Miezenspektakels. Der Überhit "Memories" durfte natürlich nicht fehlen. Ein Glanzlicht des Abends bildeten André Waigneins "Broadway Impressions". Die Percussion war beschäftigt, durch Pfeifen, Schlagen und Rasseln das hektisch-wilde Treiben der Großstadt zu imitieren, mal dramatisch, mal gefährlich, dann wieder lässig swingend, gelenk mäandernd zwischen laut und leise, langsam und schnell. Einschübe lateinamerikanischer Rhythmen machten die verschiedenen Kulturen des Melting Pots New York spürbar. Hervorstechend außerdem das nonchalante Trompeten-Solo Markus Fischers.

Medley von Michael Jackson

Gänsehautmomente beschwor schließlich ein Medley aus den größten Erfolgen des King of Pop, Michael Jackson, herauf. Über rhythmische Longseller wie "Bad" über das balladeske "I just cant stop loving you" bis zur unsterblichen Hymne "Man in the mirror" reichte die Bandbreite. Hüfteschüttelnd ging es weiter mit "Elvis in Concert", bevor das Große Blasorchester der Stadtkapelle mit Glanznummern von Phil Collins wie "Another Day in Paradise" oder "Sussudio" ein rauschendes Finale feierte.

Standing Ovations sorgten für zwei weitere Zugaben. Im schottischen Kilt betraten überraschend vier Dudelsackspieler die Bühne, um gemeinsam mit der Stadtkapelle das anrührende Traditional "Highland Cathedral" anzustimmen. Durch Mark und Bein gingen diese schottischen Weisen und motivierten die Zuhörer zu weiteren Zugabe-Rufen. Der flotte Rausschmeißer Laridah-Marsch beendete einen unterhaltsamen Abend, an dem die Musiker aller Generationen einen Regenbogen verschiedener musikalischer Genres präsentierten und einen Spagat zwischen fordernden, triumphalen und emotionalen Stimmungen meisterten.


 


 
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