Presse
Konzert der Stadtkapelle vom 09.04.2011
    Auch die sinfonischen Tänze gut gemeistert
 

Herrenberg: Konzert der Stadtkapelle unter dem Motto "Klassik küsst Jazz"

Gäubote-Artikel vom 11.04.2011

"Klassik küsst Jazz" war das Motto des Frühlingskonzertes des Musikvereins Stadtkapelle Herrenberg in der Stadthalle. Das große sinfonische Blasorchester und das Jugendblasorchester gaben ihre neu einstudierten Werke zum Besten.


Von Swantje Gerking


Klassisches neu arrangiert: Die Stadtkapelle Herrenberg auf der Bühne der Stadthalle
GB-Foto: Bäuerle


Dirigent Matthias Beno und der Vereinsvorsitzende Philipp Jakob zeigten sich enttäuscht über die geringe Anzahl von Zuhörern, denn von den über 400 vorbereiteten Stühlen blieb etwa ein Viertel leer. "Wir hatten schon mal mehr" versicherte Jakob, führte den schlechten Besuch aber auf das hervorragende Wetter zurück. Diejenigen aber, die dennoch gekommen waren, hörten einen bunten Strauß verschiedenartiger Musik, bei der zwar kein Jazz vorkam, dafür aber alles von Arrangements klassischer Werke über Blasmusik und Musicals bis hin zu Popularmusik.

Zum Auftakt ein Marsch

Der Beginn erfolgte standesgemäß mit einem Marsch, nämlich dem Florentiner Marsch von Julius Fucik, den das große Orchester zünftig spielte. Die Melodien im Mittelteil waren perfekt in die Begleitung eingebettet, da stimmte die Balance. Weiter ging es mit der Ouvertüre zur Operette "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach.

Die Klarinettistin Anja Hiegl, die das Konzert moderierte, gab einige Informationen zum Stück, das zur Zeit des Kaisers Napoleon III. in Paris uraufgeführt wurde. Die Stadtkapelle beeindruckte durch exakte Einsätze und schön geblasene Soli und erntete nach einem spritzigen Cancan und einem ebensolchen Finale begeisterten Applaus.

Die Jugendkapelle zeigte sich zeitweise etwas schüchtern, vielleicht auch, weil sie mit ihren rund 40 Mitgliedern gegen die 70 Spieler im großen Orchester natürlich leiser ist. Sie spielten - zum letzten Mal unter Leitung von Matthias Beno, der ab dem heutigen Montag von Branko Herbstreit abgelöst wird - gut nach dem Schlag, so dass ein langsames Accelerando für sie kein Problem darstellte. Langer Applaus belohnte ihre gute Leistung beim "Klezmer Karneval" von Philip Sparke, genauso wie bei den drei Sätzen aus der Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg in einem Arrangement von Charles Sayre. Am meisten Spaß hat ihnen offensichtlich das Medley "80s Gold" gemacht, das mit "Thriller" von Michael Jackson begann. Hier waren sie voll bei der Sache und ließen sich von der Musik mitreißen.

Die härteste Nuss für das große Orchester waren die von Ian Polster arrangierten sinfonischen Tänze aus der "West Side Story" von Leonard Bernstein, denn sie sind nicht nur rhythmisch schwierig, sondern auch in Zusammenspiel und Tonalität. Kein Problem für die Stadtkapelle: In nur rund vier Monaten hatte Beno das Stück mit ihr so gut eingeübt, dass es nicht nur aufführungsreif war, sondern auch noch souverän klang. "Cool" groovte, zeitweise klang die Blaskapelle wie eine Big Band, die Einwürfe waren so exakt wie von einer Person gespielt. Zu Recht waren die Spieler mit ihrer Leistung zufrieden, was daran zu sehen war, dass sie vor dem anschließenden Phil-Collins-Medley entspannt und gelöst waren. Auch dieses letzte Stück des Abends gelang vortrefflich; das Publikum war begeistert.

"Die Stadtkapelle Herrenberg zählt zu den Spitzenorchestern des Kreisverbandes", lobte Emilio Diaz, stellvertretender Vorsitzender des Blasmusik-Kreisverbands Böblingen zu Recht. Er ehrte zwei Verbandsmitglieder mit der Ehrennadel in Gold für 30-jährige aktive Mitgliedschaft. Sabine Zlatner hatte bei den Roten Herolden in Oberjesingen mitgewirkt und ist seit Jahren mit Tenorhorn und Euphonium in der Stadtkapelle und bei den Turmbläsern aktiv. Karljürgen Rief begann seine Mitgliedschaft in Roggenzell am Bodensee und ist jetzt seit langer Zeit in Herrenberg aktiver Musiker an der Querflöte und stellvertretender Musikervorstand.


 


 
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