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    Selbst hartgesottene Herzen werden erweicht
 

Herrenberg: Die Stadtkapelle spielt emotionsreich in der Stiftskirche auf

Gäubote-Artikel vom 08.12.2010

Glück, Trauer, Freude - unter diese Überschrift hatte der Musikverein Stadtkapelle Herrenberg sein Adventskonzert gestellt. So gegensätzlich diese Emotionen sind, so variantenreich war die Musik, die am Sonntag in der Stiftskirche gespielt wurde. Auf gewohnt hohem Niveau präsentierte sich das Orchester unter Leitung von Matthias Beno, Dekan Klaus Homann sprach besinnliche Worte zum Advent.


Von Sabine Haarer


Für sein Konzert betrieb der Musikverein Stadtkapelle einen hohen Aufwand
GB-Foto: Bäuerle


Wie in jedem Jahr begann und beendete der Musikverein Stadtkapelle Herrenberg seinen Auftritt am zweiten Adventssonntag gemeinsam mit den Konzertbesuchern. Das Orchester unter Leitung von Musikdirektor Matthias Beno übernahm die musikalische Begleitung, zur Eröffnung sangen die Zuhörer in der Stiftskirche "Macht hoch die Tür" und bevor man den Heimweg antrat, erklang "O du fröhliche". Umrahmt von den beiden Weihnachtsliedern präsentierte das Große Blasorchester ein Programm, das unter der Überschrift "Glück, Trauer, Freude" stand. "Eigentlich stehen diese Emotionen in Widerspruch zueinander, aber ohne einander können sie nicht existieren", hatte Vereinsvorsitzender Philipp Jakob in seiner Begrüßung gesagt. "Diese drei emotionalen Stimmungsbilder sind aus unser aller Leben gegriffen", fügte Dirigent Matthias Beno an. Das Programm zeige, dass Musik keine abstrakte Sache sei. "Klänge machen das Leben erfahrbar."

Der Applaus der Zuhörer in der Herrenberger Stiftskirche zeigte, dass der thematische Schwerpunkt gut gewählt war und die Stadtkapelle die einzelnen Werke auf gewohnt hohem Niveau präsentierte. Ebenso begeistert wie das Publikum zeigte sich Dirigent Matthias Beno ob den Leistungen seines Orchesters beim Konzert und im zurückliegenden Jahr. "Der Aufwand für Musik in dieser Schwierigkeitsstufe ist immens", wusste der Diplom-Musikdirektor nur zu gut um den Fleiß seiner Spieler. Ganz persönlich dankte der musikalische Leiter Dekan Klaus Homann für die Zusammenarbeit bei den Adventskonzerten in den vergangenen zehn Jahren und auch Philipp Jakob dankte dem scheidenden Dekan. "Noch bin ich ja da, auch wenn jetzt alles den Charme des letzten Mal hat", antwortete Klaus Homann. Seiner Meinung nach habe Matthias Beno bei der Zusammenstellung des Programms stets eine glückliche Hand bewiesen. In diesem Jahr habe er mit "Air" und "Jesu bleibet meine Freude" gar zwei seiner absoluten Lieblingsstücke ausgewählt. "Die wollte ich mir eigentlich zu meinem Abschied wünschen", gab Klaus Homann unumwunden zu.

Nun aber hatte die Stadtkapelle die beiden Bach-Kompositionen in das Programm des Konzerts im Advent aufgenommen. "Air", der zweite Satz aus der Orchestersuite Nummer 3, erklang in einem Arrangement von Willy Hautvast, den Schlusschoral aus der Kantate "Herz und Mund und Tat und Leben" hat Alfred Reed für sinfonisches Blasorchester bearbeitet. In beiden Stücken wurde die Melodie hauptsächlich von den Holz-Registern getragen, beide überzeugten durch ihre klare Struktur und standen damit im Kontrast zu den beiden Hauptstücken des Konzertes, "Elegy for Band" von John Barnes Chance und der "St. Martin Suite" von Jan van der Roost. Dieses beschreibt in drei Bildern die Wandlung des römischen Offiziers zum Bischof. Helle Fanfarenklänge und Staccato-Passagen erinnerten an den militärischen Drill, der beschwingte Schlussteil zeigte die Zufriedenheit des Protagonisten mit seiner Entscheidung für das Bischofsamt.

"Elegy for Band ist Trauermusik, wie sie nicht schonungsloser zu komponieren ist", erklärte Matthias Beno dem Publikum. Dementsprechend getragen war das Tempo des Stückes, eine dunkle Klangfarbe und Dissonanzen prägten die Melodie. Dekan Klaus Homann sprach von einem "sehr bewegenden Musikstück" und ging in seiner Ansprache auf den Zauber der Adventszeit ein. "Selbst hartgesottenste Herzen können von diesem Zauber aufgeweicht werden." In dieser Zeit erfahre man besonders deutlich, dass die Sehnsucht der Menschen nach Gott nicht ohne Antwort bleibe.

Mit dem "Canterbury Choral" spielte die Stadtkapelle ein weiteres Stück des belgischen Komponisten Jan van der Roost und auch Alfred Reed war beim Adventskonzert zweimal vertreten. Neben dem Bach-Choral hatte Matthias Beno den imposanten und klangstarken Lobgesang "Alleluja Laudamus Te!" ausgewählt.

 

 


 
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