Presse
 
    Ein melodienreicher Abend voller märchenhafter Überraschungen
 

Das zweite Erlebniskonzert der Stadtkapelle Herrenberg bot einmal mehr
beste Unterhaltung

Kreiszeitung Böblinger Bote - vom 08.11.2010

HERRENBERG. Eine dunkle, reglose Gestalt mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze in einer Ecke. Nach jedem Knick eines 40 Meter langen, dunklen Labyrinths schöne Prinzessinnen, edle Prinzen, eine Hexe oder schwarze Katzen. Dazu Blitzlicht, wabernder Nebel und gespenstische Spinnweben machten eine Geisterbahnatmosphäre perfekt.


Von Käthe Ruess

Dieser „ Überraschungstunnel“ war nicht nur ein ungewöhnlicher Zugang zur Stadthalle, sondern er bildete zugleich den Auftakt des zweiten Erlebniskonzerts der Stadtkapelle
Herrenberg. Und das noch bevor der erste Ton erklang. Die Stimmung im Tunnel ließ vor allem die kleinen Gäste, für die das Konzert speziell konzipiert war, in die Märchenwelt
eintauchen – etliche davon mit schwarzer Stupsnase und aufgemalten Schnurrbarthaaren. Denn getreu dem Motto „ Mittendrin statt nur dabei“ saßen fantasievoll geschminkte junge Katzen und Prinzessinnen in den Zuschauerreihen der gut besuchten Stadthalle.

So eingestimmt auf Märchen und Katzen blickten die Konzertgäste gespannt auf die Bühne, die von großformatigen gemalten Szenen aus dem gestiefelten Kater eingerahmt wurde.

Ein Konzert mit „Katzen“ ohne „ Cats“ geht nicht? Stimmt. Die bekannten Melodien aus dem weltweit erfolgreichen Musical von Andrew Lloyd Webber bildeten als Medley den Auftakt für das zentrale Werk des Konzerts: Der gestiefelte Kater.

Unterstützt von Erzählerin Regina Kuhn entführten die knapp 100 Musiker der Stadtkapelle und des Ersten Jugendorchesters unter der Leitung von Matthias Beno die Zuhörer in die Welt des armen Müllersohns, der mit Hilfe seines pfiffigen, vierbeinigen Freundes das große Glück findet. Dazu die mal donnernd laute, mal flüsternd leise Stimme von Regina Kuhn, die dafür sorgte, dass den Zuschauern der eine oder andere Schauer über den Rücken lief. Die unterschiedlichen Melodien, die der Komponist Angelo Sormani zu den unterschiedlichen Begebenheiten im Märchen komponiert hat, begleiteten den Fortgang der Handlung und unterstrichen gleichzeitig die ganze Vielseitigkeit, die ein Blasorchester zu bieten hat: von bedrohlichen Klängen, die von der Gefahr kündeten, in die sich der gestiefelte Kater beim grausamen Riesen begab, über Mitklatsch-Musik, als der Mäusejäger seine geglückte List und seinen Sieg über den zaubernden Riesen feierte, bis hin zu fröhlich beschwingten Takten bei der Hochzeit des Müllersohns als nunmehr reicher Graf von Carrabas mit der hübschen Prinzessin am Schluss.

Monatelang hatten die beiden Orchester das vor allem für Jugendliche anspruchsvolle Werk für den gemeinsamen Auftritt geprobt. Dirigent Matthias Beno zeigte sich zufrieden nach der ersten Aufführung. Genauso wie Phillip Jakob, der erste Vorsitzende der Stadtkapelle: „Am wichtigsten ist, dass es den Gästen gefällt und es den Musikern auf der Bühne Spaß macht.“ Spaß und Schwung gab es zum Abschluss dann noch reichlich, nachdem es für Kater und Müllersohn hieß: „ Ende gut, alles gut.“ Die Musiker gaben die Titelmelodie der Kultserie „ Die Simpsons“ zum Besten. Und zwar so gut, dass sie als Zugabe nach anhaltendem Beifall noch ein zweites Mal erklang. Für die Besucher, denen die gelbe Zeichentrickfamilie aus Springfield nichts sagte, einfach ein fetzig-flottes Musikstück. Für diejenigen, die den Vorspann der Serie kannten, liefen dagegen die Bilder dazu vor dem geistigen Auge ab. Oder doch etwa nicht nur im Kopf? Plötzlich tauchte Bart Simpson in der Stadthalle auf. Die reglose Gestalt aus dem Überraschungstunnel war also doch lebendig.




 
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