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    Beste Stimmung trotz Wetterlaunen
 

Bei Musik und Leclereien ist das Stadtfest drei Tage lang ein ausgelassener Treffpunkt

Gäubote-Artikel vom 19.07.2010

Es ist der Abschluss der Sommerfarben und der Auftakt des Sommernachtskinos. Es ist die Gelegenheit, Bekannte zu treffen, die man seit dem letzten Jahr nicht mehr gesehen hat. Es ist die Möglichkeit, Musik zu hören, Leckereien zu naschen, ein kühles Bier zu trinken. All das ist das Herrenberger Stadtfest - und all das wurde in den vergangenen drei Tagen in der Altstadt nach Kräften gelebt.

Von Sabine Haarer



Da wurde eingeheizt - mit fetziger Live-Musik
GB-Foto: Bäuerle

 

Gedränge. Dauerthema beim Herrenberger Festwochenende: Das Wetter. Heiß, fast zu heiß beim Fassanstich am frühen Freitagabend, angenehm in den folgenden Abendstunden. Im Gegensatz zum Vorjahr zeigte sich der Sommer von seiner schönsten Seite, die milden Temperaturen luden zum Verweilen ein. Schon am ersten Abend herrschte an den neun Festplätzen dichtes Gedränge. Die Regenschauer und der graue Himmel am Samstagnachmittag und der empfindlich kühle Abend trüben die Bilanz der beteiligten Vereine ein wenig, am Sonntag dann sorgten Sonne und leichter Wind für den idealen Festausklang.

Unerschrockene. Dass es so gekommen ist, dafür hat die Trachtenkapelle Musikverein Gültstein gesorgt. Zumindest, wenn man Vereinsvorstand Hans Krätschmer Glauben schenken darf. "Wir haben den Regen vertrieben, wir werden dafür sorgen, dass die Sonne wieder kommt", hatte er zwischen Bozener Bergsteigermarsch und Antonia-Polka verkündet. Überschaubar war die Zahl derer, die am Samstagnachmittag diese hehre Zielvorgabe der Gültsteiner Musiker vernommen hatten. Nach den Vorführungen waren nur wenige Unerschrockene auf dem Herrenberger Marktplatz geblieben, um auf den vollmundig angekündigten Wetterumschwung zu warten.

Musik drin. Der kam pünktlich zum Beginn des Abendprogramms. Zwar waren die Temperaturen am zweiten Stadtfestabend nicht ganz so mild wie noch am Freitag, in Sachen Stimmung und Besucherandrang hingegen merkten die beteiligten Vereine und Gruppen keinen Unterschied. Big-Band-Sound bei der Stadtkapelle, American Rock bei den Handballern, Rock und Pop mit "Yahoo" beim Liederkranz und "Mi-re-na" beim SV Affstätt - wie in jedem Jahr überzeugte das Stadtfest mit einem breitgefächerten Musikprogramm und einigen kulinarischen Besonderheiten.

Erfrischend. Eine davon servierten Natalia und Xavier Bonilla. Das Ehepaar, das am Hasenplatz sein Geschäft betreibt, hatte auf Einladung der Stadtkapelle einen Stand aufgebaut. Wie in den letzten beiden Jahren gab es Smoothies in den Geschmacksrichtungen Mango, Erdbeere und Banane und Obstspieße mit selbst gemachter Zartbitter-Schokolade. Zum diesjährigen Stadtfest hatten die beiden eine weitere fruchtige Leckerei mitgebracht: Wassermelone mit Gewürzen. Das Rezept für den Sud stammt von der Tante von Xavier Bonilla. Dafür wird Traubensaft mit Zimt, Vanille, Sternanis, Fenchelsamen, Rohrzucker und Pfefferkörner aufgekocht und die Melonenstückchen darin eingelegt. Genau die richtige Erfrischung für einen warmen Sommerabend.

Aufgeregt. Frisch, fast zu frisch waren die Temperaturen für die Kinder und Jugendlichen, die am Samstagnachmittag auf der Marktplatz-Bühne auftraten. Mit knappen Shorts und T-Shirt bekleidet, zeigten dort die "Little Sparrows", die Nachwuchstruppe der VfL-Cheerleader, ihr Können. Zwischen sechs und zwölf Jahre alt sind die kleinen "Eagles", der Auftritt beim Stadtfest war nicht das erste öffentliche Schautanzen. "Aber natürlich sind alle immer noch sehr aufgeregt", wusste Abteilungsleiterin und Trainerin Danja Deffner um das Nervenflattern ihrer Küken. Davon war beim Tanzen mit den grün-weißen Pompons und bei den diversen Pyramiden und Hebefiguren nichts zu sehen.

Lautstark. Souverän präsentierten sich auch die jungen Percussionisten der Vogt-Heß-Schule, der Pfalzgraf-Rudolf-Schule und die Mitglieder des Percussion Ensembles der Herrenberger Musikschule. Becken, Trommeln, Cajons und Glockenspiele in allen Größen und Varianten waren auf die Bühne geschleppt worden. In wechselnder instrumentaler Besetzung spielten die Nachwuchsmusiker ein knapp einstündiges Programm. Gemeinsam ist den Schlagzeugschülern nicht nur die Liebe zum Rhythmus sondern auch der musikalische Leiter, Gregor Daszko betreut alle drei Gruppen. Unter seinem Dirigat erklangen Titel wie "Samurai", "Rock it" und "Fusion Mallets". "Genau die richtige Lautstärke für den Marktplatz", hatte Daszko den lautstarken Auftakt der Gesamtgruppe trocken kommentiert.

Für Mali. Trocken sollte auch die Ware bleiben, die die katholische Kirchengemeinde bei ihrem Flohmarkt anbot, weshalb am Samstag ein ums andere Mal mit Folie und Abdeckungen hantiert wurde. Der Ausschuss Weltkirche hatte Haushaltswaren, Bücher und Spielwaren gesammelt. Die Schmuckstücke wurden gemeinsam mit einem 50-köpfigen Helferteam von Donnerstag an in der Stuttgarter Straße aufgebaut und über das Wochenende zum Verkauf angeboten. Der Flohmarkterlös kommt der Frauenförderung in den Dörfern um Mopti in Mali zugute, konkret soll dort die Ausbildung einer zweiten Hebamme finanziell unterstützt werden. "Wir sind nicht unbedingt gefrustet, aber das sonst so typische Flohmarktflair hat sich nicht eingestellt", zeigte sich Gabi Feil ein wenig enttäuscht ob der Wetterkapriolen am Samstag und dem dadurch bedingten Ausbleiben der Kundschaft. Laut Florian Funer, Minis trant und Flohmarkthelfer, waren die Verkaufsschlager in diesem Jahr vor allem Dreiräder, Kettcars und Laufräder.

Über die Straße. Mehr Bewegung als sonst wurde den Stadtfestbesuchern in diesem Jahr abverlangt: Wer zum Stand der Herrenberger Wanderers wollte, musste die Hindenburgstraße queren. Durch die Baustellen im oberen Graben fand der Wochenmarkt im unteren Graben statt - die Baseballer mussten ihren angestammten Platz räumen und auf den Schulhof der Albert-Schweitzer-Schule umziehen. "Der Platz ist schon toll, auch wenn wir uns erst einmal neu orientieren und schauen mussten, wo wir Strom und Wasser herbekommen", sagte Vereinschef Dirk Hoffmann. Musikalisch gesehen knüpfte man an eine alte Tradition an: Wie seit knapp zehn Jahren sorgte am Samstagabend die Partyband "Madison Bow" für Stimmung rund um Caipi- und Weizenstand, mit 80 Mann pro Tag stemmten die Baseballer einmal mehr den Festbetrieb.

Im Schichtbetrieb. Eine ähnlich stattliche Zahl an Helfern stellte der Musikverein Stadtkapelle Herrenberg. Wie in den Vorjahren trat der Verein als Hauptorganisator des Stadtfestes auf und bewirtete den Marktplatz. Knapp 150 Schichten galt es von Freitag bis Sonntag mit Personal zu besetzen, mit dem Festwochenende war Vorsitzender Philipp Jakob sowohl aus Vereins- als auch aus Organisationssicht zufrieden. "Durch das Platzproblem gab es zwar einiges Neues, aber insgesamt ist es gut gelaufen." Positiv sei auch das Fazit der anderen beteiligten Vereine ausgefallen. Manche Besucher hätten zwar die räumliche Zweiteilung bedauert, dennoch sei die Stimmung während der drei Tage gut gewesen. "Es war mal wieder ein schönes Fest", so Philipp Jakob.


 
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