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    Große spielerische Freude und viel Applaus
 

Der Musikverein Stadtkapelle verwöhnt die Zuhörer mit dem „Konzert im Frühling“

Gäubote-Artikel vom 22.03.2010

"Märchen, Mythen und Legenden" versprach der Musikverein Stadtkapelle Herrenberg für sein Konzert in der Stadthalle. Das Jugendblasorchester und das Große Blasorchester verwöhnten die Zuhörer mit einem breitgefächerten Programm und großer spielerischer Freude.


von Angela Körner-Armbruster


Zeigten ihr Können in der Stadthalle:
Das Jugendblasorchester und das Große Blasorchester
GB-Foto: Bäuerle

 

Vergnügliche Unbeschwertheit bot das Jugendblasorchester mit seinen heiteren Spielstücken. Bei amüsanten Arrangements zeigten die Nachwuchsbläser ihr Können und erhielten viel Beifall für die spannungsvollen Elemente. Heitere Leichtigkeit und beschwingte tänzerische Phrasen von Schmetterlingen und Glühwürmchen wechselten mit schmeichelnder Romantik des Musicals "Wicked" oder den teilweise kokett anmutenden Phrasen bei der kleinen Meerjungfrau. Das Publikum honorierte ihre spielerische Ernsthaftigkeit mit großem Applaus.

Nach dem Stilwandel, den die meisten Blasmusikkapellen im vergangenen Jahrzehnt vollzogen haben, ist der Radetzky-Marsch beinahe zur Rarität geworden. Die Entscheidung, die Konzertfassung des populären Paradestücks zu präsentieren, wurde deshalb in der gut besuchten Halle mit begeisterten Pfiffen belohnt. Den versierten Bläsern gelang es überzeugend, den symbolischen Stimmungswechsel aufzuzeigen. Sie betonten den markanten Rhythmus ebenso wie die Leichtigkeit der melodiösen Passagen.

Das folgende Stück verlangte einen kompromisslosen Stimmungswechsel, denn die "Finlandia" von Jean Sibelius ist eine ungestüme Sinfonische Dichtung aus dem Jahr 1900. Die rasche Abfolge von melancholischen und federnd-leichten Elementen musste nahtlos ins grandiose, beinahe Erhabene integriert werden.

Bei der "Hans Christian Andersen Suite" des Dänen Søren Hyldgaard bewiesen die Musiker ihr Gespür für Akzente und Überraschungen. Verspielt eilt der zeitgenössische Filmkomponist durch die Themen. Er lässt ausdrucksstarke Bilder auftauchen, variiert in hohem Tempo Rhythmen und Klangfarben, um völlig abrupt und irgendwie viel zu früh zu enden.

Dramatik wurde bei "Dragon Fight" verlangt. Der niederösterreichische Komponist Otto M. Schwarz gilt als Garant für voluminöse Filmmusik. Um einen bösen Drachen, einen helfenden Riesen und ein ängstliches Bergbauernvolk rankt sich die beklemmend-düstere Melodie, die sich bald zu einem wilden Furioso steigert. Mit großer Gewissenhaftigkeit wurde das grimmige Bild des Drachen aufgefächert. Dirigent Matthias Beno trieb seine Spieler in diesem mächtigen, dominanten Stück konsequent weiter, bis geradlinig und klar die "Erlösung" erschien.

Weniger mächtig war dann der zweite Programmteil des Großen Blasorchesters. Einem frischen Medley aus den Hits der Beatles folgte Folkrock von Paul Simon und Art Garfunkel. Die berühmten Balladen bremsten zum ersten Mal das ungeheure Spieltempo des Abends. Die Musiker gestatteten die angemessene Schlichtheit der stillen Balladen und boten so einen Moment der Entspannung. Ein völlig neues Klangerlebnis folgte mit einem ungewöhnlich sanften Elvis-Querschnitt. Ohne den prägnanten Rock blieb vor dem geistigen Auge der provokative Hüftschwung des "King of Rock" aus. Stattdessen präsentierten die Musiker bis zum Ende bei runder Harmonie ihre starke spielerische Präsenz und Konzentration. Gern gaben sie die geforderten Zugaben und ließen sich von ihren stampfenden und jubelnden Gästen gebührend für einen großartigen Abend feiern.

Nach einem Geburtstagsständchen für einen Hornisten nahm Hans Reichenecker vom Kreisverband Böblingen, Ehrungen vor. Für 30-jährige aktive Tätigkeit überreichte er Ingrid Heumesser die Ehrennadel in Gold des Landes-Blasmusikverbandes. Die Ehrennadel in Gold mit Diamant ging an Leonhard Kreis für 50 Jahre. Matthias Beno wurde für seinen zehnjährigen Dienst mit einer Dirigenten-Ehrennadel in Bronze gedankt und eine Anerkennung für 30 Jahre im Vorstand der Stadtkapelle konnte Andreas Marquardt in Form der Ehrenmedaille in Gold mit Diamant mit nach Hause nehmen.


 
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