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    Bruder Feuer und Mutter Erde im klaren Kontrast
 

"Schöpfung und Licht" - Konzert im Advent der Stadtkapelle in der Stiftskirche

Gäubote-Artikel vom 08.12.2009

Jedes Jahr, wenn das weihnachtliche Treiben auf dem Marktplatz seinem Ende entgegengeht und der Abend des zweiten Adventssonntags anbricht, lädt der Musikverein Stadtkapelle Herrenberg zum "Konzert im Advent" in die Stiftskirche ein. Viele folgten der Einladung, in der voll besetzten Kirche dirigierte Matthias Beno das Große Blasorchester zum Thema "Schöpfung und Licht".


von Sabine Haarer


Musikalisch interpretierte die Stadtkapelle die Schöpfungsgeschichte
und wurde dabei hohen Ansprüchen gerecht
GB-Foto: Schmidt

"Das war mein zehntes Adventskonzert und ich muss sagen, ich bin stolz darauf, dieses Orchester leiten zu dürfen", bedankte sich Diplom-Musikdirektor Matthias Beno am Sonntagabend bei den Aktiven der Herrenberger Stadtkapelle. Spontaner Applaus kam in der voll besetzten Stiftskirche auf, der Beifall galt sowohl dem Großen Blasorchester als auch seinem Dirigenten. Zu Recht, denn auch bei der zehnten Auflage des adventlichen Musizierens hatten beide Parteien ihr Bestes gegeben und mit einem hörenswerten Zusammenspiel das Publikum begeistert. "Es ist ein schönes Erlebnis, in dieser Kirche zu spielen", erklärte Vereinsvorstand Philipp Jakob, zum Abschluss· des Konzertes und fasste damit die Spielfreunde in Worte, die zuvor bereits den Musikbeiträgen zu entnehmen war.

Mit "Schöpfung und Licht" hatte der Musikverein Stadtkapelle Herrenberg sein diesjähriges Adventskonzert überschrieben, im Mittelpunkt des Abends stand die Vertonung des "Sonnengesangs des heiligen Franz von Assisi". Die Komposition, ein Originalwerk für sinfonisches Blasorchester von James Curnow, beschreibt in sechs Sätzen die Schöpfungsgeschichte. Dekan Klaus Homann übernahm den Part des Sprechers, stellte jedem Satz die entsprechende Textpassage aus dem Gebet des heiligen Franz von Assisi voran: Während die Sonne vorwitzig und gespickt mit vielen Läufen vom Himmel blitzte, funkelten Mond und Sterne eher ruhig am Firmament. "Bruder Feuer" züngelte kurz und dafür umso heftiger in der Stiftskirche, endete abrupt und mit dem lautesten Ton des Satzes. Die Vertonung von "Mutter Erde" erinnerte mit ihrer Klangfarbe an greogorianische Gesänge, wohingegen Dank und Lobpreisung aus "dem sechsten Satz sehr stimmgewaltig ausfielen.

Thematisch daran anknüpfend hatten Matthias Beno und seine Musiker Bert Appermonts "Arche Noah" einstudiert. Die vier ineinander übergehenden Sätze basierten auf der biblischen Geschichte, die Wanderung der Tiere und ihre anschließende, teilweise recht stürmische Schifffahrt wurde von den Zuhörern zu Recht mit langanhaltendem Applaus belohnt. "Man konnte die Geschichte der Arche wunderbar nacherleben", lobte Dekan Klaus Homann die Musiker für ihr Spiel, bevor er sich mit "Besinnlichen Worten zum Advent" an die Besucher in der Stiftskirche wandte. "Wir waren ein Jahr unterwegs. Sahen vieles, vieles aber auch nicht", eröffnete Homann seine kleine Andacht. Für die Menschen existiere oftmals nur das, was erklärbar sei, so seine Beobachtung. "Doch kann man Liebe, Freude und Hass errechnen und was wäre die Welt ohne Geheimnisse?", fragte Homann. Das, was das Leben schön mache und mit Sinn erfülle, könne man meist nicht erklären, so der Herrenberger Dekan.

Im weiteren Konzertprogramm spielte die Stadtkapelle den "Kanon in D" von Johann Pachelbel, Richard Strauss', "Feierlichen Einzug des ,Johanniterordens" und ein "musikalisches Hochzeitsgeschenk". James Barnes hatte sein Stück "Arioso" anlässlich der Hochzeit seines japanischen Schülers komponiert, gerne kam das Publikum der ,Aufforderung von Matthias Beno nach: "Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie es."

Gefallen fanden auch die beiden abschließenden Stücke. Mit "Rhapsodie über deutsche Weihnachtslieder" und "Jesus Christ Superstar" machte man einen kleinen Ausflug in die unterhaltende Blasmusik. Nachdem im Arrangement von James Christensen die Klassiker der Weihnachtszeit, darunter "Oh Tannenbaum", "Stille Nacht", "Ihr Kinderlein kommet" und "In dulci jubilo", zum Zuhören und Genießen erklangen, waren die Konzertbesucher beim letzten Lied des Abends zum Mitsingen eingeladen: Mit der traditionellen Version von "Oh du fröhliche" schickte die Herrenberger Stadtkapelle die Zuhörer in die letzten Wochen des Jahres.


 
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