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    Großes Potenzial beim Auftritt abgerufen
 

Die Stadtkapelle gibt in der fast ausverkauften Stadthalle ihr Frühjahrskonzert

Gäubote-Artikel vom 30.03.2009

Die große Stunde der Herrenberger Stadtkapelle im Jahr 2009: Vor rund 450 Zuhörern in der nahezu ausverkauften Stadthalle gaben das große symphonische Blasorchester und die Jugendkapelle am Samstagabend unter Leitung von Matthias Beno ihr traditionelles Frühjahrskonzert.


VON THOMAS MORAWITZKY


Spielte vor rund 450 Zuhörern: Herrenberger Stadtkapelle GB-Foto: Bäuerle
(Anmerkung: Auf dem Bild ist das Jugendblasorchester zu sehen)

Das rund 80-köpfige große Orchester der Stadtkapelle begann den Abend mit einer Reihe von symphonischen Dichtungen, die sogleich das differenzierte und dramatische Spiel des Orchesters unter Beweis stellten. Als Eröffnung der Marsch aus Georges Bizets Oper "Carmen", sodann die Komposition "Dragon Fight" von Otto Schwarz, die einen solchen Kampf als gestochen scharfes Bild vor die Zuhörer hinstellte: Tumultuöse Passagen mit aggressiv aufschreienden Blechbläsern, ein triumphaler Sieg, der sich vor dem Klang gravitätisch herabsinkender Hörner ausbreitet.

"Diagram", ein Stück, das programmatisch den wechselhaften Alltag eines Blasorchesters schildert, war das einzige Stück des Abends, das das Orchester schon bei früherer Gelegenheit, nämlich bei seinem Weihnachtskonzert, aufgeführt hatte und das auch das Selbstwahlstück der Stadtkapelle beim Wertungsspiel in Überlingen ist. "Ireland" von Warren Barker sodann entfaltete das Panorama der irischen Landschaft und ihrer Melodien vor den Herrenberger Zuhörern.

Das Jugendblasorchester, rund 40 Musiker stark, begann seinen Auftritt, indem es dem Motto "Tänze", das sich diskret durch den Abend zog, drei von John Moss arrangierte Renaissance-Stücke widmete. Seinen großen Auftritt hatte das Jugendorchester jedoch mit der Titelmelodie der beliebten Fernsehserie "The Simpsons", arrangiert von Paul Jennings: Ein überdrehtes cartooneskes Gewebe aus Bläsersätzen, skurril und anarchisch, mit einem Break und einem kurzen Solo auf dem Saxofon.

Auch junge Menschen lieben alte Lieder, Märsche sogar - das stellte die Jugendblaskapelle schließlich unter Beweis mit ihrer knappen, schwungvollen Version des bei Blaskapellen immergrünen Radetzky-Marsches von Johann Strauss - eine Aufforderung ans Publikum, die Handflächen einmal mehr gut gelaunt und geräuschvoll aufeinander zu setzen. Jeder machte mit.

Noch vor der Pause bat Philipp Jakob, Schlagzeuger und Vorsitzender der Stadtkapelle seit dem 13. März, den Vorsitzenden des Kreisverbandes Böblingen, Gerhard Weißenböck, ans Pult. Nicht nur, um Lob und Grüße an die regional renommierte Herrenberger Kapelle zu überbringen, sondern auch, um die Ehrungen langjähriger Mitglieder zu verlesen. Günter Däuble wurde geehrt für 50-jährige Mitgliedschaft, Bernhard Friedrich gar für 60 Jahre. Helmut Däuble und Georg Schwenk, vor geraumer Zeit noch der Vorsitzende, empfingen ihre Ehrungen für 50 Jahre aktives Musikantentum in Herrenberg.

 


Ehrungen bei der Herrenberger Stadtkapelle (von links): Gerhard Weißenböck,
Georg Schwenk, Helmut Däuble, Bernhard Friedrich und Günter Däuble
GB-Foto: Bäuerle

Nach der Pause dann der zweite Teil des Konzertes des großen Blasorchesters - weniger angelegt auf epische Breite. Hier nun wollte die Stadtkapelle vor allem mitreißen - mit der "Schönen Helene" von Jaques Offenbach, mit einem von Johan de Meij zusammengetragenen Medley der "Klezmer Classics", bei dem sich Beate Schneider als Klarinettistin hervortat, mit einem adäquat betitelten "Groovin around", bei dem Markus Fischer die Trompete spielte. Das offizielle Schlussstück schließlich stammte von jener Band, so die Moderatorin des Abends, "die im Rock-Bereich alles erreicht hat" - und führte nochmals vor Augen, welch symphonisches Potenzial die Herrenberger Stadtkapelle besitzt. "Bohemian Rhapsody" von "Queen" ist, mit seinem verschachtelten Mittelteil und seinen opernhaften Zitaten, auch in einer instrumentalen Version ein schillerndes und vielseitiges Werk. Isabell Rüdenauer spielte hier das Sopran-Saxofon, Holger Fauß die Trompete.

Das Ende des Konzertes ist dieses Stück jedoch noch lange nicht, Gästen, die ausdauernd und mit sich überschlagender Stimme fordern "Zugabe!" sei es gedankt. Matthias Beno wendet sich kurz um, beugt sich über die Brüstung und vertraut den Zuhörern verschwörerisch an: "Sie dürfen mittanzen!" Mit lebhaft nostalgischen Melodien geht der Abend schließlich zu Ende.

 

 
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