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    Schon lange Feuer und Flamme
 

Der 26-jährige Philipp Jakob ist neuer Vorsitzender des Musikvereins

Gäubote-Artikel vom 28.03.2009

Die Musik und die Auftritte, das Organisieren und Mithelfen bei Festen, die gute Kameradschaft im Orchester - all das gefällt ihm, sagt Philipp Jakob. Und all das hat ihn dazu bewogen, bei der Jahreshauptversammlung vor zwei Wochen das Amt des ersten Vorsitzenden des Musikvereins Stadtkapelle Herrenberg zu übernehmen.


VON SABINE HAARER


Philipp Jakob hat bei der Stadtkapelle nicht nur die Stöcke
fürs Schlagzeug in der Hand GB-Foto: Holom

Noch heute erinnert sich Philipp Jakob an seine erste Probe bei den Aktiven der Stadtkapelle. 15 Jahre alt war er und damit das jüngste Mitglied des Orchesters. "Der älteste Spieler ist damals aufgestanden und hat mich per Handschlag begrüßt", erzählt der heute 26-Jährige. Seit diesem Augenblick sei er "Feuer und Flamme für die Stadtkapelle". Vor allem die Gemeinschaft zwischen Jung und Alt, die gute Kameradschaft in der Blaskapelle machen für ihn die Faszination aus und haben ihn bewogen, vor zwei Wochen an die Spitze der Blasmusiker zu treten.

Ins Amt des Vereinsvorsitzenden, so sagt Jakob selbst, sei er frühzeitig hineingerutscht. Sechs Jahre lang war er Jugendleiter, übernahm dann den Posten des Musikervorstands. Zwei Jahre lang kümmerte er sich um organisatorische Aufgaben im Vorfeld von Auftritten und Ständchen, fungierte als Kommunikationsstelle zwischen Orchester und Vorstandschaft. "Der Musikervorstand ist eine Art Klassensprecher, ein Jugendleiter für die Erwachsenen", erklärt Jakob. Parallel dazu habe er Vereinsaufgaben übernommen: Die Helfereinteilung bei Festen, die Mithilfe bei der Organisation des letztjährigen Stadtfestes.

Trotzdem hat er abgelehnt, als die Vereinsführung beim Rückzug von Georg Schwenk vor mehr als einem Jahr auf ihn zukam. Damals schrieb er an seiner Diplomarbeit, die Bewerbungsphase stand unmittelbar bevor. "Ich hätte ja in München oder sonstwo landen können." Dieser Fall ist nicht eingetreten. Seit Januar arbeitet der Diplom-Ingenieur, Fachrichtung Maschinenbau, als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Stuttgart, sollte ihm ein passendes Thema angeboten werden, möchte er promovieren.

Als das Führungsteam um Interimsvorstand Thilo Marquardt erneut anfragte, erklärte sich Jakob bereit. Viel verändern werde sich für ihn nicht, ist der neue Vorsitzende überzeugt. Das Telefon klingle seit der Wahl vor zwei Wochen nicht öfter als vorher. Die Zahl der Mails habe zugenommen, doch die beantworte er meist per Laptop während der Zugfahrt von Stuttgart nach Herrenberg. Zudem nähmen ihm Stellvertreter Michael Schönhaar, Schriftführer Gerd Henßler und die gesamte Vorstandschaft sehr viel Arbeit ab, für die Zukunft wolle man die Arbeit noch mehr als bisher auf verschiedene Schultern verteilen. Schließlich soll die Musik nicht zu kurz kommen. Zu dieser ist Jakob auf fast schon traditionellem Weg gekommen: Früherziehung, Blockflöte. Danach hat sich der 26-jährige Herrenberger für das Schlagzeug entschieden. "Ich wollte ein Instrument spielen, bei dem man nicht so viele Noten lesen muss", erklärt er diese Entscheidung. Deshalb überlässt er das Glockenspiel weitestgehend den Nachwuchskräften im Orchester, konzentriert sich auf Percussion-Instrumente und Drumset. Eine besondere Musikrichtung bevorzugt er beim Spielen nicht. "Es darf einfach nicht zu träge sein, denn dann ist es für uns ziemlich langweilig." Privat steht er eher auf Rock und Pop, "Metallica" gehört zu seinen Lieblingsgruppen.

Neben der Stadtkapelle spielt Philipp Jakob bei den Herrenberger "Gassahuber", hat vor einigen Jahren bei der Gründung der "FC Bloskapell" mitgewirkt. "Doch das haben wir inzwischen an die Jüngeren abgegeben", erzählt der Schlagzeuger. So bleibt mehr Zeit für sein zweites Hobby, das Fußballspielen, und fürs Privatleben. Wobei er wenig mit Terminschwierigkeiten zu kämpfen hat: Seine Freundin ist Mitglied der Stadtkapelle. Und so werden die beiden, zusammen mit den übrigen 70 Aktiven des Blasorchesters, heute abend anlässlich des Frühjahrskonzertes auf der Bühne der Herrenberger Stadthalle stehen.

Dirigent Matthias Benno hat dafür das Motto "Tänze" gewählt. Neben den beiden Stücken "Diagramm" und "Dragon Fight", die das Orchester für das Wertungsspiel vorbereitet, wird auch der Titel "Groovin around" erklingen. Mit einem "tollen, freien Trompeten-Solo und richtig guten Stellen für die Schlagzeuger", schwärmt der Vorsitzende von der Programmfolge - und es ist dabei nicht zu überhören: Er ist wirklich "Feuer und Flamme für die Stadtkapelle".

Das Konzert des Musikvereins Stadtkapelle Herrenberg findet am heutigen Samstag um 20 Uhr in der Stadthalle statt.



 
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