Presse
 
    Blasmusik zum Advent für Herz, Seele und Gemüt
 

Konzert der Stadtkapelle Herrenberg in der Stiftskirche – Imponierende Klangfülle

Kreiszeitung BB-Live / Artikel vom 11.12.2007

Es war kein angenehmer Spaziergang am Sonntagabend hinauf zur Herrenberger Stiftskirche. Denn Sturm und peitschender Regen machten besonders den älteren Menschen schwer zu schaffen, bevor sie keuchend das schützende Gotteshausportal erreichten. Schließlich hatten sich Stress und Mühen gelohnt: Der Musikverein Stadtkapelle Herrenberg hielt bei seinem beliebten Adventskonzert nämlich wieder für alle ein wunderschönes Weihnachtspäckchen bereit, prall gefüllt mit ausgewählter Musik für Herz, Seele und Gemüt. Ein wahrhaft güldenes, wie von Engelshand gereichtes Geschenk.


VON HEINZ REBMANN


Ein Weihnachtspäckchen, prall gefüllt mit ausgewählter Musik, bot die Stadtkapelle
in der Stiftskirche
KRZ-Foto: Wandel

Und von Engeln sprach auch Dekan Klaus Homann bei seinen besinnlichen Gedanken zum Advent. Geheimnisvoll dunkel und unübersichtlich sei die Zeit, voller Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. Aber es bleibe immer die Hoffnung, letztlich die wie von der Blaskapelle laut hörbare und wie von einem König begrüßte, befreiende Fanfare. Jetzt habe die Zeit der Engel, der Schutzengel Konjunktur, fuhr der Dekan fort. Und jeder Mensch könne dem anderen ein Engel sein, ihm helfen als Bote Gottes. Deshalb sollten die Schritte in dieser Vorweihnachtszeit „engelwärts“ gerichtet sein, mit der Bitte an Gott, „dass er bei uns stets nach dem Rechten sieht“.

Mit diesen Gedanken hatte Klaus Homann den Musikern eine kleine Pause gegönnt, die sie sich bei ihrem 25. in unterbrochener Jahresfolge gespielten Adventskonzert reichlich verdient hatten. Wieder konfrontierte Musikdirektor Matthias Beno seine 70 Schützlinge mit einem schwierigen, in die Kunststufe passenden Programm, bei dem alle Register trefflich angewandt wurden.

25. Adventskonzert gespielt

Profitieren kann die 550 Jahre alte Traditionskapelle vor allem von einem bestens ausgebildeten Nachwuchs, der in der Musikschule als Rohdiamant behandelt wurde und nun unter Matthias Benos Regie den Feinschliff erhält. So gestalten gerade die vielen Holzbläserinnen und Flötenspieler den Boden für ein wunderbares, von den souveränen Blechbläsern trefflich ergänztes Spiel. Der Respekt der Besucher war denn auch so groß, dass der lang anhaltende Beifall sogar noch in einen in der Kirche ungewöhnlichen Bravoruf mündete.
Dem mit einem Weihnachtslied eingeleiteten Programm ließ der Stück um Stück erklärende Diplom-Musikdirektor Matthias Beno gleich Georg Friedrich Händels Suite aus dem Messias folgen, bei dem das Orchester den großen Bogen von der Hoffnung bis zur späteren Auferstehung spannte, mit dem mächtigen, kraftvollen Halleluja. Eher zurückgezogen wirkte eine Saxophonromanze von Ronald Bonge, mit dem sehr anspruchsvoll begleitenden Solisten Sven Bruckner.

Ein wahrer Kunstgenuss war eine von Alfred Reed nach militärischem Auftrag innerhalb von zwei Wochen bearbeiteten Werk über eine russische Weihnacht, in der ein einsames Glöcklein an eine weite öde Landschaft erinnerte, bis plötzliche, kraftvolle Tubaklänge großstädtisches Flair vermuten ließen. Im „Kaddisch“ von Francis McBeth machte sich die Kapelle zur Aufgabe, Licht und Hoffnung miteinander zu verbinden, von der Trauer loszukommen, einer düsteren Stimmung, bis zur feierlichen Schlussfanfare.

Eine imponierende Klangfülle und ein kaum zu übertreffender Gleichklang prägten die „Elegy“ von Frank Ticheli, einem Stück, bei dem die Trauer alles überschattet, bis hin zur Vergebung, einem musikalischen Aufschrei, der einer verzeihenden Handreichung gleichkommt. Mit ihrem „Christmas-Festival“ von Leryo Anderson packten die Herrenberger daraufhin ein ganzes Bündel weihnachtlicher Klänge und Lieder zusammen, ein wahrer Anreiz zum Mitsummen.

Mit Variationen vom Choral „Lobet den Herrn“ zog die Stadtkapelle den Schlussstrich hinter ihr anderthalbstündiges Adventsprogramm, mit dem sich der Jubilar voller Mut ins 551. Jahr seines Bestehens verabschiedete. Wie es auch der Vorsitzende Georg Schwenk mit vielen guten Wünschen für die Feiertage tat und einem besonderen Dank an den Orchesterchef, den er vorweihnachtlich beschenkte. Für eine feine Gesamtleistung, mit der Matthias Beno auf der MV-Erfolgsleiter elegant eine weitere Sprosse nahm.


 
Home | Aktuelles | Termine | Veranstaltungen | Verein | Stadtkapelle | Jugendarbeit | Kontakt | Sitemap
Stadtkapelle Herrenberg e.V.
Marienstraße 21
71083 Herrenberg