Presse
 
    Vorfreude, Verheißung und die Ankunft Jesus
 

Konzert im Advent der Stadtkapelle Herrenberg in der Stiftskirche:
"Licht und Hoffnung" als musikalisches Leitthema

Gäubote-Artikel vom 11.12.2007

Mit ihrem traditionellen "Konzert im Advent" setzte die Stadtkapelle Herrenberg den musikalischen Schlusspunkt hinter ihr Jubiläumsjahr. Mit sinfonischer Blasmusik auf das kommende Weihnachtsfest einstimmen das war das erklärte Ziel des Kirchenkonzertes. Gekonnt und einfühlsam wurden die Stücke vorgetragen, die Dirigent Matthias Beno unter dem Gesichtspunkt "Licht und Hoffnung" ausgewählt hatte.


VON SABINE HAARER

 


"Licht und Hoffnung": Matthias Beno und die Stadtkapelle in der Stiftskirche
GB-Foto: Holom

Neben dem 550-jährigen Bestehen feiert die Stadtkapelle im Jahr 2007 auch das 25. Adventskonzert in der Stiftskirche. "Wir sind froh, dass wir diese Möglichkeit haben", bedankte sich der Vorsitzende Georg Schwenk bei Kirchengemeinde und Verwaltung. Dann nahm er in den Reihen seiner Musikerkollegen Platz und überließ Dirigent Matthias Beno das Mikrofon. Der diplomierte Musikdirektor erläuterte jeweils kurz die Hintergründe der folgenden Musikstücke, wies das Publikum auf die Stimmungen hin, die er in den vergangenen Wochen mit seinem Orchester herausgearbeitet hatte.

Die Suite aus dem "Messias" von Georg Friedrich Händel beinhaltet die Thematik der Vorfreude auf Offenbarung, Verheißung und Ankunft Jesus. James Curnow bearbeitete in seiner Fassung vor allem den bekannten "Halleluja"-Chorus aus Händels Oratorium, der volle Klang des Stückes kam durch den großen Resonanzraum der Stiftskirche noch verstärkt zum Tragen. Im absoluten Kontrast dazu stand der nächste Programmpunkt, der zweite Satz aus dem "Saxofonkonzert" von Ronald Binge. Sven Bruckner überzeugte bei der "Romanze" als Solist, ruhig und zurückhaltend wurde er dabei vom Orchester begleitet. Umso fulminanter dann wiederum der Wechsel. Alfred Reed widmete sich mit seiner "Russischen Weihnachtsmusik" den Emotionen Leid und Hoffnung. Als Auftragsarbeit für das Treffen russischer und amerikanischer Botschaftsangehöriger innerhalb von vierzehn Tagen komponiert, wurden Abschnitte mit lauten Pauken- und Beckenschlägen von melancholisch klingende Passagen abgelöst.

Auch das Stück "Kaddish" von Francis McBeth erzählte eine Wandlung, nämlich der vom Ringen mit dem Glauben an Gott. Dissonanzen und verminderte Klänge am Beginn des Stückes wandelten sich sequenzartig in eine helle, freundliche Klangfarbe, die die Erneuerung des Glaubens symbolisieren sollte. Ein Übergang, den Dekan Klaus Homann in seiner kurzen Andacht aufgriff und weiterführte: "Der Adventsmonat gilt als Zeit der Hoffnung, doch kann es auch eine unüberschaubare Zeit sein", erläuterte Homann. Engel wären in der vorweihnachtlichen Zeit besonders gefragt, doch der Dekan erinnerte seine Zuhörer daran, dass auch Menschen Boten der Hoffnung und für andere da sein könnten.

Mit "An American Elegy" setzte die Stadtkapelle ihr Programm fort. Frank Ticheli hat sein Stück im Auftrag Angehöriger geschrieben, die ihre Kinder beim Attentat der Columbine-Schule in den USA verloren hatten. Die getragene Melodie erinnerte dabei sehr an amerikanische Filmmusik, wobei das choral-ähnliche Thema in einzelnen Stimmen wiederholt wurde und schließlich mit leisen Tönen in der Stiftskirche verhallte. Eine willkommene Auflockerung bot das Stück "A Christmas Festival" von Leroy Anderson. Beschwingt hatte der amerikanische Dirigent und Komponist bekannte Weihnachtslieder aneinandergereiht, vermittelte mit seinem Arrangement einen Hauch von Unbeschwertheit und unbedarfter Vorfreude.

Den musikalischen Höhepunkt des Konzertes hatte sich Matthias Beno bis zum Schluss aufgehoben. Mit den "Variationen über Lobet den Herrn" von Barry Kopetz stellten alle Register der Stadtkapelle ihr Können unter Beweis. "Nach der heroischen Einleitung sollen unter anderem Zweifel, Wut, In-sich-Gehen und Freude dargestellt werden", stimmte der Herrenberger Dirigent das Publikum auf das letzte Stück ein. Nachdem das Thema durch alle Stimmen gewandert war, von den Holzbläsern eher langsam und ruhig, von den hohen Blechbläsern dagegen schnell und im tiefen Blech bedrohlich wirkend intoniert wurde, endete der bekannte Kirchenchoral mit einer großer Klangfülle. Durch das Einsetzen des gesamten Orchesters und dem Schlagwerk erinnerte die Schlusspassage an einen wirklichen Lobgesang.

Wie schon zu Beginn des Adventskonzertes begleitete die Stadtkapelle zum Abschluss ihre Gäste beim Singen eines Weihnachtsliedes. Nicht nur dadurch, sondern durch das ganze zweistündige Konzert war die Stadtkapelle Herrenberg ihrer Ankündigung, auf die Weihnachtszeit einstimmen zu wollen, mehr als gerecht geworden.

 
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