Presse
 
   Rund 800 Zuhörer beim Großen Zapfenstreich
 

Militärisches Zeremoniell zum Abschluss der Stadtkapelle-Jubiläumsfeier auf
dem Marktplatz

Kreiszeitung BB-Live / Artikel vom 15.05.2007

Herrenberg – Mit einem Großen Zapfenstreich beendete der Musikverein Stadtkapelle Herrenberg am späten Sonntagabend sein dreitägiges Jubiläumsfest.


VON HEINZ REBMANN


Zapfenstreich auf dem Marktplatz von Herrenberg zum Abschluss der
Jubiläumstage der Stadtkapelle Foto: Winkler

Damit setzte die Kapelle einen weiteren Markstein inmitten der malerischen Kulisse des mit Fackeln und Giebellichtern ausgeleuchteten Marktplatzes, auf dem sich gut 800 Menschen versammelt hatten. Sie schauten zwar immer wieder ängstlich zum Himmel, der aber seine Gewitterwolken vorbeiziehen und die schwüle Luft mit einem leichten Wind abkühlen ließ.

Es war ein ungewöhnliches, militärisch ausgeklügeltes Zeremoniell, das die Zuschauer erstaunen ließ. Denn kaum hatten sich die mit Fackeln ausgerüsteten Feuerwehrleute aus Haslach und Jettingen in Zweierreihen formiert, kündete von der Stuttgarter Straße her auch schon Marschmusik vom feierlichen Ereignis, gleich nach einer kurzen Rede des Musikvereins-Vorsitzenden.

Angeführt vom Jettinger Spielmannszug (Tambour Karl-Heinz Beerstecher) und einem Musikkorps bog die Ehrenformation bei klingendem Spiel auf den Marktplatz ein. Ronny Grund als Major der Reserve erstattete als Kommandierender die Meldung an den Ersten Bürgermeister Andreas Gravert, dass die Ehrenformation angetreten sei.

Major d. R. macht Meldung an Bürgermeister

Eine aus drei Musikstücken bestehende Serenade, sauber gespielt von der Stadtkapelle unter ihrem Dirigenten Matthias Beno, leitete über zum Gebet, dem „Ich bete an die Macht der Liebe“, worauf sich die meisten Menschen ergriffen von ihren Plätzen erhoben. Wie auch bei der Nationalhymne, die nach einer halben Stunde das Ende des Zapfenstreichs signalisierte, was der Major dem Bürgermeister erneut militärisch geübt mitteilte.

Mit dem Brauchtum „Großer Zapfenstreich“ hatte sich Georg Schwenk als Vorsitzender der Stadtkapelle in seiner Begrüßungsrede befasst. Es war die zweite Zeremonie dieser Art in Herrenberg seit fast 40 Jahren, den meisten Menschen ist es nur durchs Fernsehen geläufig, so zuletzt beim Abschied von Bundeskanzler Gerhard Schröder. Dass die Kapelle zum Abschluss ihres Jubiläums einen Zapfenstreich vorführen wollte, gehe auf die Gründerzeit ins Jahr 1457 zurück, als die Turmbläser gleichzeitig auch die Funktion als Wachmänner ausgeübt hätten, erklärte Schwenk. Im Jahre 1596, nur 140 Jahre nach dem von der Stadtkapelle reklamierten Gründungsdatum, wurde in der Zeit der Landsknechte ein Abendsignal in Verbindung mit dem „Zapfenschlag“ gebracht.

Doch, so informierte der Musiker-Boss weiter, sei es bei diesen Schlägen allein bald nicht mehr geblieben, es seien musikalische Formen entstanden: Bei der Kavallerie mit Trompetensignalen, bei der Infanterie besondere Spielstücke für Flöte und Trommeln. Legendärer Wegbereiter der noch heute gültigen Form des Großen Zapfenstreichs mit deutscher Blas- und Militärmusik mit der Grundlinie Locken, Zapfenstreich und Gebet war Friedrich-Wilhelm Wieprecht. Vielerorts werde die Gestaltung zwar immer wieder variiert, aber der verbindliche Ablauf mit der Nationalhymne als Finale (seit 1922) ziehe sich bis heute wie ein roter Faden durch die Veranstaltungen, machte Georg Schwenk die Zuschauer schlau

 


 
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