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    Der Funke springt sofort auf die Zuhörer über
 

Ernst Hutter und die "Egerländer Musikanten": Jubiläumsfeiern der Herrenberger Stadtkapelle erfahren mudikalischen Höhepunkt

Gäubote-Artikel vom 14.05.2007

Herrenberg - Der Funke sprang sofort über. Sozusagen die Krönung der Feiern zum 550-jährigen Bestehen der Stadtkapelle Herrenberg fand mit dem Auftritt der "Egerländer Musikanten" in der Mehrzweckhalle am Samstagabend statt. Vor allem mit bekannten Volksmusikstücken des berühmten Blasorchesters, aber auch mit Bigband-Sound und spektakulären Soli zogen sie die fast 800 Gäste in ihren Bann.


VON RENATE MEHNERT


Niveauvolle Stimmung: Die "Egerländer Musikanten" in der
Herrenberger Mehrzweckhalle
GB-Foto: Bäuerle

Für ihre lebensfrohe Blasmusik, schmissigen Stücke und manchmal wehmütigen Lieder sind die "Egerländer Musikanten" seit über 50 Jahren ein fester Begriff. Heute wird die einst von Ernst Mosch gegründete Musikgruppe von Ernst Hutter geleitet. Von einem Vollblutmusiker, der zwei Jahre lang, 1985 und 1986, Dirigent der Herrenberger Stadtkapelle war. Im Rahmen ihrer Tournee "Mitten im Leben" machten die "Egerländer Musikanten" am Samstagabend nun in Herrenberg Station. Ihren Auftritt in der Gäustadt nannte Orchesterleiter Hutter am Samstagabend ein "Sonderkonzert". Denn zu Herrenberg und der Stadtkapelle habe er eine ganz besondere Beziehung: In Herrenberg bei der Stadtkapelle habe er seine berufliche Laufbahn begonnen, viele bekannte Gesichter von damals habe er im Publikum wieder erkannt, sagte er sichtlich gerührt. Beste Voraussetzungen also am Samstagabend für das Jubiläumskonzert zum 550-jährigen Bestehen des einmal von ihm dirigierten Orchesters.

Auf der vom Tübinger SWR-Moderator Edi Graf moderierten Veranstaltung brachte die berühmte Bläsergruppe, die im September des vergangenen Jahres einen Konzertabend in der New Yorker Carnegie Hall gab, zahlreiche ihrer erfolgreichsten Nummern zu Gehör. Typisches Merkmal aller Stücke: die mitreißende, Lebensfreude vermittelnde Musik, der sich kaum jemand entziehen kann. Begeisterte Pfiffe ernteten die 16 Musiker in Herrenberg bereits nach der ersten Nummer, "dem Egerländer Musikantenmarsch". In diesem, wie in zahlreichen folgenden Stücken, sorgten die unverwechselbaren Gesangsstimmen von Katharina Praher und Nick Loris für das Wiedererkennen der Ohrwürmer. Die erfahrenen Orchestermitglieder hatten ihr Publikum, das zeitweise klatschte und mitsang, fest im Griff.

Alle Musiker sind Profis und in anderen bekannten Bands, ob in der Bundeswehrband oder in klassischen Musikgruppen, aktiv. Ernst Hutter beispielsweise ist Mitglied der mit Preisen ausgezeichneten SWR-Bigband, in der er unter anderem Jazz spielt. Dieser Hintergrund war unüberhörbar in dem von ihm komponierten Stück "Für meine Freunde". Zu seinem gefühlvollen Posaunenspiel erklang jazziger Bigbandsound. Mit seinem "galoppierenden Tenorhorn", so Moderator Graf, und mit dem hierzulande weniger bekannten, angenehm weich klingenden Marchingbone zeigte Hutter eine weitere Facette seiner Vielseitigkeit als Bläser.

Die böhmische Blasmusik der Egerländer geht unter die Haut: "Wir sind Vollblutmusikanten" sangen Katharina Praher und Nick Loris in dem aus Hutters Feder stammenden Lied. Schlagzeuger Holger Müller unterstrich das wirkungsvoll: Wer dem Drummer zusah, konnte an seiner und der großen Spielfreude aller Mitwirkenden keinen Zweifel haben. Hier präsentierte sich ein Schlagzeuger der Volksmusik mit Leib und Seele, der mit eine kleine Show in der Show ablieferte.

Müllers Platz nahm nach der Pause Jürgen Dieter ein, der zweite Musiker mit engem Bezug zu Herrenberg. Der in Kuppingen lebende Schlagzeuglehrer und "Roadmanager" der Egerländer hatte seinen Einsatz zum Abschluss des erfolgreichen Volksmusikabends unter anderem in "Egerland Heimatland", "Böhmischer Wind" und in der "Löffelpolka". Zuvor hatte Kollege Holger Müller in einem Soloauftritt als Percussionspezialist eine Kostprobe seines Könnens gegeben.

Der für Freunde der Blasmusik unvergessliche Abend mit den "Egerländer Musikanten" endete mit einem Riesenbeifall und mehreren Zugaben.

Am Freitagabend bereits sorgte in der Mehrzweckhalle die Coverband "Madison Bow" für Stimmung bei einem überwiegend jüngeren Publikum.


 




 
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