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    Der Dirigent lötet die Löcher im Horn zu
 

550 Jahre Herrenberger Stadtkapelle: Andreas Fischer hat das Talent von seinem Vater geerbt

Gäubote-Artikel vom 09.05.2007

Die Herrenberger Stadtkapelle feiert in diesem Jahr ihr 550-jähriges Bestehen und ist damit der älteste Musikverein Deutschlands. Der "Gäubote" stellt bis zum großen Festwochenende vom 11. bis 13. Mai in fünf Folgen für jedes volle Jahrhundert also eine Mitglieder vor, die herausragen. Entweder kraft ihres Amtes oder wegen langjähriger Zugehörigkeit. Heute: Andreas Fischer, seit 1963 dabei und 15 Jahre lang Kassierer.


VON HOLGER WEYHMÜLLER


Wer seit über 40 Jahren in der Stadtkapelle die Trompete bläst, darf sich auch mal eine Ruhepause gönnen: Der Herrenberger Andreas Fischer in seiner Hängematte
GB-Foto: Bäuerle

Wer den Beweis sucht, dass musikalisches Talent vererbbar ist, der sollte sich den Stammbaum der Herrenberger Familie Fischer etwas näher betrachten. Denn der 55-jährige Andreas Fischer, seit 1963 in der Herrenberger Stadtkapelle an der Trompete aktiv, hat die Leidenschaft bereits vom Vater in die Wiege gelegt bekommen der spielte Flügelhorn, ein der Trompete nahe stehendes Blechblasinstrument.

Ehrensache, dass Andreas Fischer auch beim eigenen Nachwuchs die musikalische Seite zum Klingen brachte: Der 18-jährige Sohn Markus bedient in der Stadtkapelle ebenfalls die Trompete und ist seit einiger Zeit zudem Jugendleiter (der "Gäubote" berichtete).

Dabei dürfte der Start des Filius Markus Fischer im musikalischen Bereich deutlich glatter verlaufen sein als der des Vaters: Andreas Fischer hat seine Anfänge auf einem unter historischen Aspekten vermutlich interessanten Instrument gemacht. "Mein Flügelhorn hatte überall Löcher, die man immer wieder zulöten musste", erinnert er sich. Das hat dann meistens Karl Fink, Stadtkapellen-Dirigent bis 1968, erledigt. Der dirigierte nicht nur und lötete Fischers marodes Alt-Instrument, sondern unterrichtete den Nachwuchs der Stadtkapelle auch auf dem jeweiligen Instrument.

Egal, um welches es sich dabei handelte. Fischer: "Die Instrumentallehrer haben früher im Gegensatz zu heute alles unterrichtet." Irgendwann schwenkte der heute 55-Jährige dann auch die Trompete um. Auf eine ohne Löcher. In die Stadtkapelle übrigens kam der Herrenberger 1963 über einen Schulfreund.

Später bekleidete er für 15 Jahre das Amt des Kassierers. Nicht nur das: Als Mann vom Fach war und ist er darüber hinaus so etwas wie der "Betriebs-Elektriker": Wenns irgendwo im Strombereich etwas zu tun gibt, dann rufen die Vereinsfreunde nach Andreas Fischer. Beispielsweise bei Festen. In der Rückschau betrachtet gefällt Fischer an der Stadtkapelle vor allem die Möglichkeit, über die Musik immer wieder in die Fremde reisen zu können und natürlich die Blasmusik selbst. "Das erste Mal war ich in Herrenbergs französischer Partnerstadt Tarare im Alter von 14 Jahren", weiß Andreas Fischer noch genau. Damals habe er bei der Gastfamilie aus Platzgründen das Bett mit dem Sohn der Familie teilen müssen sagts, und lacht.

 




 
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