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   "Möglichst wenig Geld für Unterricht"
 

550 Jahre Herrenberger Stadtkapelle: Der Vorsitzende Georg Schwenk ist einer der Dienstältesten

Gäubote-Artikel vom 05.05.2007

Die Herrenberger Stadtkapelle feiert in diesem Jahr ihr 550-jähriges Bestehen und ist damit der älteste Musikverein Deutschlands. Der "Gäubote" stellt bis zum großen Festwochenende vom 11. bis 13. Mai in fünf Folgen für jedes volle Jahrhundert also eine Mitglieder vor, die herausragen. Entweder kraft ihres Amtes oder wegen langjähriger Zugehörigkeit. In der heutigen Folge steht Georg Schwenk, einer der dienstältesten Musiker und seit langen Jahren Vorsitzender des Vereins, im Fokus..


VON HOLGER WEYHMÜLLER


Georg Schwenk mit einem klitzekleinen Teil der unzähligen Gastgeschenke,
die sich im Laufe der Jahrzehnte bei der Stadtkapelle angesammelt haben
GB-Foto: Bäuerle

Das Amt des Vorsitzenden hat Georg Schwenk im Jahr 1989 von Paul Schmidt, mittlerweile Ehrenvorsitzender der Herrenberger Stadtkapelle (der "Gäubote" berichtete), übernommen. Damals war der heute 60-Jährige seit bereits 30 Jahren dabei. Angefangen hatte Schwenk mit dem Tenorhorn längst ist das Saxofon zu seinem Instrument geworden.

Doch der Favorit des jungen Georg Schwenk war eigentlich ein anderes: das Klavier. "Das wollte ich immer spielen. Aber das war meinen Eltern zu teuer", erinnert er sich an seine musikalischen Anfänge. Damit begonnen hat er trotzdem, weil seine Nachbarn ein solches Instrument besaßen und er dort ab und an üben konnte. "Die Nachbarn allerdings waren meistens nicht zu Hause." So kam er zur Stadtkapelle, die für den Unterricht nichts verlangten und überdies Instrumente zur Verfügung stellten das ist auch der Grund, weshalb Schwenk sich auch heute noch stark dafür macht, Unterricht finanziell verträglich für die Jugend anzubieten. "Man muss danach schauen, dass Kinder möglichst wenig Geld für Unterricht bezahlen müssen" eines seiner Credos als Vorsitzender des angeblich ältesten Musikvereins in Deutschland.

Die Stadtkapelle der Gäustadt jedenfalls hat sich dieses Credo zu Herzen genommen, was sich unter anderem darin niederschlägt, dass Schwenk wahrlich nicht über Nachwuchsprobleme klagen kann, "eher das Gegenteil ist der Fall". Kein Problem für den Zusammenhalt innerhalb der Musik-Formation. "Das Alter spielt bei uns keine Rolle, alles ist ein Haufen", wie er humorig anmerkt.

Von den gemeinsamen Proben und Auftritten abgesehen, fasziniert ihn Schwenk an der Musik vor allem eines: "Durch die Musik reist man viel, lernt national wie international viele Menschen kennen." Und erlebt jede Menge Geschichten. Beispielsweise die beim Besuch in Mauretanien zum Tag der Deutschen Einheit auf Einladung des deutschen Konsulats die Schwenk so schnell nicht vergessen wird. Denn ihm als Vorsitzenden der Stadtkapelle wurde beim Hammelgrillen die Ehre zu Teil, das beste Fleischsstück zum Verzehr in Empfang zu nehmen. Schwenk: "Ich wollte eigentlich ein Stück vom Schenkel." Doch die besten Stücke scheinen ganz andere zu sein: die Hoden. Immerhin: Danach gabs noch ein Stück vom begehrten Schenkel. HOLGER WEYHMÜLLER

Die Stadtkapelle Herrenberg feiert ihren 550. Geburtstag mehrfach: Das große Festprogramm ist vom 11. bis 13. Mai in der Mehrzweckhalle. Freitags gibt es eine Cover-Show mit "Madison Bow", am Samstag kommen Ernst Hutter und die "Egerländer Musikanten".

Der Abschluss findet dann am Sonntag ab 21.30 Uhr mit dem "Großen Zapfenstreich" auf dem Marktplatz statt. Weitere Festprogrammpunkte: 16. Juli "Lets Fest", zudem wird die Stadtkapelle im Rahmen der "Sommerfarben" am 18. und 19. August auftreten. Karten für die "Egerländer" gibt es in der "Gäubote"-Geschäftsstelle im Herrenberger Bronntor, erreichbar unter Telefon (0 70 32) 95 25-103.




 
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