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   "Von Tuten und Blasen keine Ahnung"
 

550 Jahre Herrenberger Stadtkapelle: Paul Schmidt war lange Jahre Vorsitzender und Organisator

Gäubote-Artikel vom 17.04.2007

Die Herrenberger Stadtkapelle feiert in diesem Jahr ihr 550-jähriges Bestehen und ist damit der älteste Musikverein Deutschlands. Der "Gäubote" stellt bis zum großen Festwochenende vom 11. bis 13. Mai in fünf Folgen für jedes volle Jahrhundert also eine Mitglieder vor, die herausragen. Entweder kraft ihres Amtes oder wegen langjähriger Zugehörigkeit. Folge zwei dreht sich um Paul Schmidt, der viele Jahre Vorsitzender war, ohne selbst je aktiv Musik gemacht zu haben.


VON HOLGER WEYHMÜLLER

"Ich habe von Tuten und Blasen keine Ahnung", sagt Paul Schmidt und lacht. Schmidt war von 1968 bis zur Stabsübergabe an Georg Schwenk im Jahr 1989 Vorsitzender der Stadtkapelle und meint das mit dem Tuten und Blasen ernst. Im Wortsinn. Denn er spielt kein Instrument und kam eher ungeplant zu seinem Ehrenamt. Der langjährige SPD-Stadtrat, Fraktionsvorsitzende im Herrenberger Kommunalparlament und stellvertretende Bürgermeister der Gäustadt wurde in einer Notsituation vom damaligen Oberbürgermeister Heinz Schroth vorgeschlagen. Denn aus den Reihen des ältesten Musikvereins Deutschlands fand sich keiner, der das Amt des Vorsitzenden übernehmen wollte. Am Rande: Schmidt wurde zuerst zum Vorsitzenden ernannt, ehe er als Mitglied in die Stadtkapelle eintrat.


Paul Schmidt mit dem ältesten Foto der Stadtkapelle, das vom Beginn des
vergangenen Jahrhunderts stammt   GB-Foto: Bäuerle

Im Laufe seiner Jahre an der Spitze der Kapelle hat Schmidt viel bewegt: Er hat mit die Musiktage eingeführt und so manche Partnerschaft zu Klangkörpern im Ausland beispielsweise in der Tschechoslowakei oder in Polen aufgebaut. Daneben hat er die zahllosen Ständchen organisiert, die Chronik des Vereins geschrieben und das beliebte Skat- und Binokel-Turnier ins Leben gerufen.

Ein Höhepunkt im Vereinsleben des 79-jährigen Herrenbergers: Die Verleihung der "Pro Musica"-Plakette durch den damaligen Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher. "Die haben wir von ihm persönlich überreicht bekommen", freut sich Schmidt noch heute.

Mit Aufgabe seines Ehrenamtes im Jahr 1989 hat der ehemalige SPD-Stadtrat zwar ein wenig auf die Bremse getreten, was seine Anwesenheit bei offiziellen Anlässen der Stadtkapelle anbelangt. "Aber ich bin noch immer hin und wieder dabei." In den kommenden Wochen sicherlich öfter wenn die Musik-Formation mit Pauken und Trompeten ihren außergewöhnlichen Geburtstag feiert.

Die Stadtkapelle Herrenberg feiert ihren 550. Geburtstag gleich mehrfach: Am Freitag, 27. April, ab 19 Uhr gibt es in der Stadthalle einen Festakt, in dessen Mittelpunkt ein Festvortrag von Herrenbergs Stadtarchivar Dr. Roman Janssen steht. Das große Festprogramm ist dann vom 11. bis 13. Mai in der Mehrzweckhalle. Freitags gibt es eine Cover-Show mit "Madison Bow", am Samstag kommen Ernst Hutter und die "Egerländer Musikanten". Der Abschluss findet dann am Sonntag ab 21.30 Uhr mit dem "Großen Zapfenstreich" auf dem Marktplatz statt. Weitere Festprogrammpunkte: 16. Juli "Lets Fetz", zudem wird die Stadtkapelle im Rahmen des Herrenberger Festivals "Sommerfarben" am 18. und 19. August auftreten. Karten für die "Egerländer" gibt es in der "Gäubote"-Geschäftsstelle im Herrenberger Bronntor, erreichbar unter der TelefonNummer (0 70 32) 95 25-103.


 
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