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   Mit 550 Jahren kein bisschen müde
 

Stadtkapelle: Günter Däuble und Manfred Weller Ehrenmitglieder

Kreiszeitung-Artikel vom 26.03.2007

Herrenberg - 550 Jahre alt und noch kein bisschen müde. Im Gegenteil: Die Musikanten der Herrenberger Stadtkapelle sprühen vor Tatendurst. 350 Gäste konnten sich am Samstag in der vollbesetzten Aula der Theoder-Schüz-Realschule von der konzertanten Frische dieses mächtigen Klangkörpers überzeugen.



Bei einem sehr anspruchsvollen Geburtstagskonzert, das die Kapelle unter der Leitung ihres seit sieben Jahren bei den Herrenbergern Aufbauarbeit leistenden Diplom-Musikdirektors Matthias Beno bot.

Konzertante und symphonische Blasmusik in feinsten Tönen! Sehr schade eben, dass die Herrenberger ihren außergewöhnlichen, musikalischen Blumenstrauß nicht anderswo hatten binden dürfen. In einem mit allen technischen Raffinessen ausgestatteten Konzertsaal beispielsweise. Sicher dachten viele an eine bessere Räumlichkeit, als sie sich in der Schul-Aula etwas eingezwängt ständig um einen ordentlichen Blick zur Bläserschar bemühten. Aber man sei froh, wegen des Stadthallen-Umbaus hier Asyl gefunden zu haben, zeigte sich der MV-Chef Georg Schwenk bei seiner Begrüßung dankbar.

Blasmusik auf höchstem Niveau. Matthias Beno hat sie seinen Leuten fürs Konzert einstudiert. Auch mit Zusatzschichten, über lange vier Monate bei wöchentlich zwei Proben hinweg. Und es seien harte Übungsabende gewesen, erzählte der Dirigent, als die Arbeit nach zweieinhalb Stunden beendet war. Eine Überzeugungszeit habe auch überbrückt werden müssen, bis dann letztlich Begeisterung und Motivation eine anfängliche Skepsis besiegt hätten. Auf der Leistungsleiter seien die Herrenberger derzeit mit neun Punkten auf der zweiten Sprosse anzutreffen, kennt der Kapellmeister den Stand der Kunststufen-Rangliste. Optimal, und dies strebt der studierte MV-Dirgent auch an, wäre der Zehn-Punkte-Platz. Für waschechte, dem Beruf nachgehende Amateure, wahrlich kein einfaches Unterfangen!

Doch die Gäustädter sind dem Ziel reichlich nahe gekommen. Man denke nur an das "Aspen-Jubilee", einem Halbstunden-Stück des Amerikaners Ron Nelson. Die Herrenberger wollten die Noten nicht vor sich haben, bis sich ihre Meinung änderte - "plötzlich waren alle begeistert", freute sich der Dirigent. Und so wurde es am Samstag aufgeführt, zum ersten Mal hierzulande von einer deutschen Kapelle. Ein Werk voller Gegensätzlichkeiten, mit kolossaler Wucht, dann wieder mit ausgeprägter Feinheit, und mit einem schönen Sopran von Regina Kuhn unterlegt. Allerdings war ihre Stimme hin und wieder kaum hörbar, "zugedeckt" vom Orchesterklang. Vielleicht auch deshalb, weil sich die Sängerin inmitten der Musikanten einen Platz suchen musste, weil es auf dem Podest in Dirigentennähe keinen besseren gab.

Mächtig Spaß machte der Start des großen, mit 60 Akteuren besetzten symphonischen Blasorchesters mit der "Leichten Kavallerie", einem ebenso schönen, wie schwierigen Stück, bei dem die Trompetensätze derart situationsbezogen klangen, als würden Jungpferde lustvoll dahingaloppieren. Auch des Amerikaners Leroy Andersons "Buglers Holiday", um noch eines der etlichen Paradestücke herauszugreifen, war den Leuten nicht unbekannt: Beschwingt und ausgelassen trompeteten Markus Fischer, Dennis Hiller und Sven Schrade ihre Parts. Weil James Bonneys "Chaos Theory" wegen Krankheit des Gitarren-Solisten Thomas Rose ausfallen musste, baute Beno das "Merry go round" ein, das wie bei den Stücken zuvor das ganze Orchester forderte. Von der Erfolgswelle von "Abba" ließen sich die Herrenberger schließlich auch bei einem "Abba"-Medley erfassen, ehe sie zum Live-Mittschnitt eines Tonstudios zur Produktion einer CD noch zwei Märsche spielten, die dem genussreichen Abend vollends die Krone aufsetzten.

Angefangen hatte das Konzert mit einigen spannenden Auftritten des in der Musikschule ausgebildeten Jugendorchesters, deren wie auch bei Aktiven mitspielende Akteurin Effi Dammenhain unbekümmert durchs Programm führte, das bei der Pause durch Danian Daszko (an Pauke und Trommel) und den ebenfalls zehnjährigen Patrick Helm (Marimba) solistisch bereichert wurde. Souverän hatten sich beide schon landesweit erste Plätze bei "Jugend musiziert" erspielt.

Blumen und Geschenke gab es nicht nur am Schluss, sondern auch bei drei Ehrungen durch den Vorsitzenden: Manfred Weller und Günter Däuble wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt, während Stefan Monorfalvi für seine 40 aktiven Jahre eine diamantenbestückte Silbernadel bekam.



 
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