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   In der Tradition des Marsches mit Uraufführung
 

550 Jahre Stadtkapelle Herrenberg: Das Konzert beider Orchester in der Theodor-Schüz-Realschule wird auf CD aufgenommen

Gäubote-Artikel vom 26.03.2007

In vielerlei Hinsicht ein besonderes Konzert bot die Stadtkapelle Herrenberg am Samstagabend in der TheodorSchüz-Realschule. Der Ort war ein anderer als sonst, langjährige Mitglieder wurden geehrt, der Auftritt wurde für die Veröffentlichung einer CD aufgenommen und Perkussionssolisten zeigten die Leistung, mit der sie beim Landeswettbewerb von "Jugend musiziert" Erfolg gehabt hatten. Ohne Zugabe ließ das Publikum die Orchester deshalb auch nicht mehr gehen.


VON ANDREAS FISCHER

Zum 550-jährigen Bestehen nicht am gewohnten Ort und doch hatte wohl keiner ernsthafte Zweifel daran, dass die Stadtkapelle ihren Auftritt wieder tadellos meistern würde. "Für die Musiker ist das natürlich ein ganz besonders Datum", erklärte Georg Schwenk, Vorsitzender des Vereins. Zwar habe man sich die Stadthalle gewünscht, aber man hoffe, dass wenigstens die große Jubiläumsveranstaltung dort stattfinden könne.

Besondere Verhaltensregeln galt es zu beachten. "Husten verboten" gab Schwenk augenzwinkernd als Regel aus. Ein Ludwigsburger Tonstudio, "der Papst unter den Aufnahmekapazitäten", wie Schwenk erklärte, nahm den Auftritt für eine CDProduktion auf. Ab Mitte April gebe es die Aufnahmen voraussichtlich zu erwerben.

Das Jugendblasorchester unter der Leitung von Musikdirektor Matthias Beno machte den Auftakt und einen musikalischen Ausflug zu Dakota-Indianern, Seeräubern und den Olympischen Spielen. Konzentriertes Spiel und präzise Einsätze zeigten, dass Dirigent Beno zusammen mit seinen Musikern wieder höchste Ansprüche stellte und erfüllte.


Von der Stadtkapelle geehrt: Stefan Monorfalvi (links) für 40 Jahre Mitgliedschaft und
Ehrenmitglied Manfred Weller in der Mitte und Günter Däuble (rechts) / GB-Foto: Bäuerle

Hohe Ansprüche auch in anderen Bereichen: Besondere Ehrungen hatte sich der Verein für einen besonderen Anlass in einem besonderen Jahr vorgenommen. Stefan Monorfalvi erhielt für 40 Jahre aktives Spielen in der Stadtkapelle die Ehrennadel in Silber mit Diamant des Deutschen Blasmusikverbandes. Zum Ehrenmitglied ernannte der erste Vorsitzende ein ehemaliges Vorstandsmitglied. Als Musiker und als stellvertretender Vorsitzender sei er fast 50 Jahre lang aktiv gewesen, sagte Schwenk über Günter Däuble. Der Geehrte sei "mit mir zur Stadtkapelle gekommen", erklärte der Vereinschef, und obwohl er heute nicht mehr aktiv sei, "haben wir immer noch regen Kontakt". Bis heute aktiv ist dagegen Manfred Weller, den Schwenk ebenfalls zum Ehrenmitglied machte. "Seit er bei uns ist, hat er uns sehr viel gebracht", lobte Schwenk. Seit 16 Jahren im Vorstand, kümmere sich Weller um die Organisation der Trachtenfestzüge bei den Herrenberger Musiktagen. So seien "zahlreiche europäische und internationale Kontakte" zu Stande gekommen. "Die Stadtkapelle hat im Laufe der Jahrhunderte viele gute Taten vollbracht", bedankte sich Weller eine davon sei die Überreichung der Ehrenmitgliedschaft an ihn.

Gewollt oder nicht, dazu passte der Abschluss des Jugendblasorchesters. Ein "Jubilissimo" des Komponisten Wim Laseroms gab die Marschrichtung vor. "Wir wollen die Tradition des Marsches aufrechterhalten", erklärte Dirigent Matthias Beno, "denn daher kommen wir ja."

Eine ganz ungewohnte Zugabe resultierte aus den Erfolgen der Musiker beim Landeswettbewerb von "Jugend musiziert". Damian Daszko am so genannten "Setup", einer Zusammenstellung von Trommeln, und Patrick Helm an der Marimba hatten "beim Landeswettbewerb so abgeschnitten", erklärte Beno, "dass es bis zum Bundeswettbewerb gereicht hat". Das Konzert sei deshalb "ein schöner Anlass, um Ihnen einmal die Leistung unserer Nachwuchsmusiker vorstellen zu können".

Die Vorstellung stellte sich als geradezu furios und vom Publikum entsprechend beklatscht heraus. Dass andere Perkussionisten des Vereins beim gleichen Wettbewerb ebenfalls Preise gewonnen hatten, rundete das Bild ab und machte den Weg frei für das große symphonische Blasorchester.

Experimentierfreude ging beim großen Orchester einher mit großem musikalischem Ehrgeiz. Mit dem Stück "Aspen Jubilee" des amerikanischen Komponisten Ron Nelson zeigte das Orchester, ebenso unter Leitung von Matthias Beno, diesen Anspruch exemplarisch. Ein komplexes und atmosphärisch dichtes Stück, das das Orchester dem Publikum zunächst ausschnittsweise in seinen fünf Themen näherbrachte.

Wie wichtig Beno und den Musikern diese musikalische Herausforderung ist, erklärte zunächst die Musikerin Effi Dammenhain, die die Auftritte beider Orchester moderierte. Anfangs hätte das Orchester dem Stück ablehnend gegenübergestanden. Aber dann sei die Wende gekommen: "Ablehnung hat sich in Begeisterung verwandelt." So auch beim Publikum, das noch eine Besonderheit mehr genießen durfte. "Ein faszinierendes Werk", erklärte Beno, "und eine deutsche Uraufführung."


 
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