Presse
 
   Blasmusik, Trachten und belgische Spaßvögel
  (Bericht zum Internationalen Trachtenfestzug bei den Herrenberger Musiktagen)
Kreiszeitung-Artikel vom 18.09.2006

Blasmusik, Fanfaren, prachtvolle Trachten aus alten Zeiten, Lustiges und Schabernack: Höhepunkt der dreitägigen 38. Herrenberger Musiktage, die mit dem Kreisverbandsmusikfest verbunden waren, war am Sonntagnachmittag der Internationale Trachtenfestzug. Das Wetter spielte zumindest so lange mit, wie die 46 teilnehmenden Gruppen durch die zuschauergesäumten Straßen der Innenstadt zogen.

Hoch zu Ross der Herrenberger Herold mit der Standarte: Er bildet traditionell die Spitze des imposanten Spektakels, gefolgt vom Gastgeber, der Stadtkapelle unter der Leitung vom Matthias Beno. Wie stets in den letzten Jahren gab's eine Show-Attraktion. Diesmal war's die "Indian Riding Show." Während die Truppe auf dem Gelände bei der Stadthalle die Handhabung von Indianerwaffen, Reiterspiele und Tänze demonstrierte, stolzierten die indianischen Reiter in den Reihen des Festzuges gemach hinter der Stadtkapelle her. "Interessant zuzuschauen, die Gastgeber haben sich wieder was ganz Besonderes einfallen lassen", lautete der Kommentar von Sprecher Peter John, der die Besucher am Hasenplatz mit Informationen über die teilnehmende Formationen versorgte.

Bewundernde Blicke blieben an den heimischen Gewändern der vielen Trachtenvereine hängen wie auch an den farbenfrohen Kleidern der portugiesischen Folkloregruppe aus Magstadt, deren auf der Quetsche gespielte heimatliche Weisen es allerdings nicht leicht hatten, sich gegen schweres Blech zu behaupten. Blasmusikkapellen und Fanfarenzüge aus den umliegenden Städten und Gemeinden bereicherten den langen Festzug ebenso wie manche von weit hergereiste Kapelle. Nicht zu vergessen die Exoten, die aber gut zur Unterhaltung beitrugen: Orientalisches Flair steuerte der Kamelverein "Fata Morgana" aus Rotfelden bei; dem Huftier folgte eine stattliche Anzahl Bauchtänzerinnen. Ein großes Vergnügen für die jungen Zuschauer war der Festwagen mit Breimeiers Tieren aus Leonberg, auf dessen Ladefläche sich Schafe und Ziegen tummelten.

Und ganz ungewohnt zwischen den süddeutschen Trachten muteten 16 zünftig norddeutsche Herren an. Bekleidet mit Fischerhemd und Elbsegler auf Kopf steuerten die Ammerländer Radfahrer aus Westerstede ein immens langes Sechzehnsitzer-Fahrrad durch die Menge. Ums leibliche Wohl der Festbesucher sorgten sich die Spicklingsweiber aus Weil der Stadt: Sie verteilten Mengen von selbst gebackenem Apfelkucken, dem so genannten Spickling. Kurz darauf folgte der prachtvolle Wagen der Besigheimer Felsengartenkellerei. Deren Mitglieder schenkten Weine aus, was den schwäbischen Festles-Besuchern nur recht war.

Ein bisschen mulmig konnte einem beim Anblick der drei mächtigen Ochsen werden, die den Karren aus Prichsenstadt zogen und die sonst beim Unterfränkischen Winzerfest unentbehrliche Mitwirkende sind. Zur Beruhigung sei festgehalten, dass die Karrenführer die Tiere sicher im Griff hatten wie auch die Fanfarenreiter aus Großostheim und Weingarten ihre Vierbeiner.

Für eine junge Dame, kaum im Schulalter, traf dies ebenso zu. Eine Blumenprinzessin winkte emsig vom winzigen Wagen, den ein Schäferhund zog, ins Publikum.

Zahlreiche Gäste aus dem europäischen Ausland konnte die Stadtkapelle ebenfalls in der Gäustadt begrüßen: Die "Enterse Kloomp'n Daansers" bugsierten einen überdimensionalen Holzschuh von der Größe eines Smarts durch die Gassen. Den zugehörigen Holzschuhtanz führten sie im Anschluss an den Umzug in der Stadthalle auf. Eine Abordnung aus Herrenbergs Partnerstadt Tarare war ebenso mit von der Partie wie die Trinklergruppe aus Lungern in der Schweiz. In feine Trachten gekleidete junge Männer, im Gleichschritt hintereinander laufend, jeder eine überdimensionale Kuhglocke vor sich tragend, erzeugen ein ohrenbetäubendes, aber faszinierend rhythmisches Geläute.

Als Knüller erwiesen sich wiederum die Belgier, die auf hohen Stelzen bis zu fünf Meter über dem Boden über den Asphalt staksten. Pause notwendig bei dieser anstrengenden Gangart? Kein Problem, "De Steltenlopers van Merchtem" setzten sich einfach zum Verschnaufen auf die Fenstersimse des ersten Stocks über der Eisdiele und scherten sich wenig um die erstaunten Gesichter der unfreiwilligen "Gastgeber".

 
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