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   Harry Potter wird musikalisch in Szene gesetzt
  Frühjahrskonzert des Jugendblasorchesters und symphonischen Blasorchesters Herrenberg: Begeistertes Publikum in der Grafenberghalle
Gäubote-Artikel vom 04.04.2006

Auf den Einladungen zum Frühjahrskonzert des Jugendblasorchesters und des symphonischen Blasorchesters der Stadt Herrenberg war, unter dem Bild der stadtprägenden Stiftskirche, noch immer die Stadthalle als Veranstaltungsort angegeben, dabei fand das Konzert wegen Einsturzgefahr nicht am ursprünglich angedachten Ort statt. Aber die Freunde der symphonischen Blasmusik, die das Konzert der Orchester am Sonntagabend erleben wollten, sie fanden den Weg in die Kayher Grafenberghalle, in die man ausgewichen war, dennoch in großer Zahl.


VON THOMAS MORAWITZKY


Einen überzeugenden Auftritt hatten die Musiker in der Grafenberghalle in Kayh
GB-Foto: Holom


Und groß war auch der Applaus, der erklang, als das große symphonische Blasorchester des Musikvereins Stadtkapelle Herrenberg sich schließlich, kurz nach 20 Uhr, mit den "Armenischen Tänzen" des Komponisten Alfred Reed von seinem Publikum verabschiedete, nur, um nach Minuten dieses Applauses wieder zurückzukehren auf die Bühne, und diesem Abschluss mehrere Zugaben folgen zu lassen, darunter eine Version des "St. Louis Blues", mit denen das Orchester, so Dirigent Matthias Beno zum Publikum, nicht nur zu seinem Ursprung, nämlich der Marschmusik, zurückkehrte, sondern der zur Zeit seiner Entstehung als eine Synthese von Marschmusik und Bigbandswing auch für großes Aufsehen sorgte.

Der swingende Ausklang war dabei eher untypisch für das Programm des Orchesters, das sich sonst eher auf eindrucksvoll inszenierte Klanglandschaften und orchestrale Bearbeitungen folkloristischer Motive konzentrierte. Das Stück des 2005 in Miami verstorbenen Komponisten Reed, das seine europäische Premiere 1984 erlebte, reiht fünf solcher Motive aneinander: Sie beschreiben einen Aprikosenbaum, ein "arrogantes Rebhuhn", das Werben eines Mannes um eine Frau, einen berühmten Berg, und münden in einen schnellen Tanz, den Effi Dammenhain, die nicht nur in beiden Orchestern des Konzertes mitspielte, sondern das gesamte Konzert durch knappe Einleitungen der Stücke moderierte, mit dem französischen Cancan verglich. Die "Armenischen Tänze" Reeds beendeten das Finale im Auftritt des großen Orchesters; ihnen voran ging die ausladende "Zauber-Suite" von James Barnes, ein musikalisches Geschenk an all jene Zuhörer, die es lieben, sich in die Bücher der Joanne K. Rowling oder in die Filme, die nach diesen entstanden sind, zu versenken.

Tatsächlich dreht sich in dieser Suite alles um den Zauberschüler Harry Potter und um die Figuren und Geschehnisse, die ihn umgeben. Musikalisch in Szene gesetzt wird der Bestseller in fünf kurzen Sätzen, die nicht an Dramatik sparen, in ihrer Aneinanderreihung von mysteriösen, leisen Passagen und großen, weiten Szenen äußerst bildlich wirken und dabei immer wieder von schwirrenden musikalischen Effekten durchsetzt sind, die die Magie Harry Potters direkt hörbar machen.

Den Auftakt des Finales, in dessen Mittelpunkt diese epische Suite stand, bildeten "Feierliche Klänge", die der Komponist James Curnow der US-Army auf den Leib geschrieben hat. Curnow widmete sich, in seinem Stück "Der Löwe von Luzern" auch einer anderen militärischen Institution, der Schweizergarde, die in der gleichnamigen Skulptur dargestellt und gefeiert wird das Stück gehörte dem Repertoire an, das das Jugendblasorchester der Stadtkapelle in der Grafenberghalle spielte; die Gründung der Schweizergarde im Jahre 1506 gab Georg Schwenk, dem Vorsitzenden der Stadtkapelle, zudem Gelegenheit, auf das Alter dieser Kapelle hinzuweisen, das jenes der Schweizergarde noch um einige Jahre übertrifft.

Folkloristischer Einstieg

Neben dem "Löwen von Luzern" trug das Jugendorchester, das kürzlich mit der vormaligen Jugendgruppe vereint wurde und zahlreiche Spieler an das erste Orchester abtrat, so dass es in einer fast vollständigen Neubesetzung auftrat, drei weitere Stücke vor: Den folkloristischen Einstieg "La Caracola", einen Flamenco aus der spanischen Region Andalusien, das mystische Sagenstück "Excalibur" von Jay Chattaway, und, drollig und mit Pop-Musik-Zitaten ("Im a believer") durchsetzt, Auszüge aus dem Soundtrack des Animationsfilms "Shrek", die in der Zugabe des Jugendblasorchesters fortgesetzt wurden. Das große Orchester hielt, vor der Pause, die das Finale hervorhob, Einzug mit dem "Großen Kurfürsten Reitermarsch", der Ouvertüre der Verdi-Oper "Nabucco" und "Slawischen Tänzen" von Elliot del Borgo.

Und bevor es in diese Pause ging, war der Augenblick gekommen, die Klarinettistin Bettina Eitelbuß, seit 30 Jahren aktives Mitglied des Orchesters, für ihre Treue zu ehren. Sie erhielt, übergeben von Gerhard Weißenbök, dem Grafenauer Kreisvorstand des Blasmusikverbandes, die Ehrennadel in Gold und wurde auch von Georg Schwenk beschenkt, mit einem Bierkrug. "Wir sind ja emanzipiert", so der feierliche Kommentar des Herrenberger Vorsitzenden.

 
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