Presse
 
   Großes Vereinsorchester mit nur wenigen Misstönen
  (Bericht von der Jahres-Hauptversammlung)
Kreiszeitung-Artikel vom 14.03.2006

Herrenberg (enk) "Über das Jahr 2005 gibt es viel Gutes, in den Zwischentönen aber auch einige kritische Anmerkungen zu berichten", so der Vorsitzende des Musikverein Stadtkapelle Herrenberg, Georg Schwenk, bei der gut besuchten Jahres-Hauptversammlung des Vereins am Freitag.

Erstmalig nach 37 Jahren waren im vergangenen Jahr die bewährten und erfolgreichen "Herrenberger Musiktage" durch einen großen Mittelaltermarkt mit Ritterturnier ersetzt worden. Die Beziehung zum Mittelalter schöpft der Traditionsverein aus der Tatsache, dass das Gründungsjahr des Musikvereins im Jahr 1457, also zu Beginn des Mittelalters liegt.

Der Mittelaltermarkt, aber auch das Ritterturnier hatte Qualität und Ausstrahlung, die Gaukler, Bademeister, Musikanten, Ritter und Handwerker hatten allesamt eine guten historischen Hintergrund, waren interessant und vor allem auch für Kinder eine wahre Fundgrube für Informationen über längst vergangene Zeiten.

Leider hat das schon sprichwörtliche Wetterglück der Stadtkapelle den Verein Mitte August etwas im Stich gelassen. Statt Bier wäre Glühwein das profitablere Getränk gewesen. Durch das schlechte Wetter sind natürlich nicht so viele Leute gekommen und deshalb wurden die "Herrenberger Musiktage" mit Mittelaltermarkt und Ritterturnier mit einem leichten Defizit abgeschlossen.

Trotzdem war der Verein mit der Veranstaltung insgesamt zufrieden. Vorstand und auch die Musikerinnen und Musiker sind von dieser neuen Konzeption überzeugt und werden künftig in den geraden Jahren, also 2006, die Herrenberger Musiktage in der ursprünglichen Form, mit internationalem Trachtenfestzug und den bewährten Programmpunkten wie Showtanz-Wettbewerb, Guggenmusik, Stimmungsabend mit der Stadtkapelle und musikalischen Gästen aus aller Welt durchführen. Und in den ungeraden Jahren wieder den Mittelaltermarkt mit Ritterturnier in den Kernpunkt des Veranstaltungsreigens des Vereins rücken.

Aber auch bei den bewährten Musiktagen, die in diesem Jahr wieder angesagt sind, ist man bestrebt, in gewissen Bereichen etwas mehr als bisher zu tun. So ist vor allem das Angebot für Kinder und Familien nicht attraktiv genug. Um in diesen Bereich wieder Schwung zu bringen, werden im Rahmenprogramm Indianer und Cowboys eingeladen, die im Außenbereich der Stadthalle für Wildwest-Atmosphäre sorgen sollen, natürlich stil- und jugendgerecht präsentiert. "Auch aus dem musikalischen Bereich gibt es allerlei Gutes, in den Zwischentönen aber auch einiges Kritische zu berichten" so der Vereins-Chef Georg Schwenk. Zum Auftritt im Rahmen der "Herrenberger Sommerfarben" wurde eigens eine Show einstudiert, bei der einfach alles gepasst hat. Vom Conferencier bis zum Dirigenten und den Solisten war alles perfekt vorbereitet. Vor ausverkauftem Haus ernteten die Musikerinnen und Musiker viel Lob für eine virtuose "Showtime".

Weniger gut gefallen hat Schwenk die Teilnahme der Stadtkapelle in Tarare, aber auch im Kurbad Schlema in einem Zelt mit 7000 begeisterten Zuhörern. Bei beiden Terminen waren nur jeweils etwa 40 Musikerinnen und Musiker dabei, also etwas mehr als die Hälfte der Kapelle. Das sei viel zu wenig für solch eine große Veranstaltung.

Für dieses Jahr hat sich die Stadtkapelle zum Wertungsspiel beim Landesmusikfest in Villingen-Schwenningen in der Kategorie 5, der Höchststufe, angemeldet. Der musikalische Leistungsvergleich wird als Wettbewerb durchgeführt, das heißt, dass sofort nach dem Vortrag mit offener Wertung (mit Tafeln wie beim Eiskunstlaufen) von den internationalen Wertungsrichtern die Noten abgegeben werden. Als Musikstücke haben sich Dirigent und Musiker die Zauber-Suite von James Barnes und die "Armenischen Tänze" von Alfred Reed ausgesucht. Im Jugendbereich setzt der Verein neben der qualitätsbewussten Ausbildung der Kinder vermehrt auch auf außermusikalische Aktivitäten. "Wir müssen Teamarbeit fördern", so der Vorsitzende, "damit die Kinder vor allem den Zusammenhalt und die Kameradschaft in einem Verein erleben und leben können. Computer machen einsam. Deshalb müssen wir als Verein Möglichkeiten anbieten, diese Einsamkeit zu beenden und mit Geselligkeit, Musik und Spiel die Gruppenarbeit und die musikalische Qualität in den Vordergrund zu stellen."

Schriftführer Gerd Henßler vermeldete 95 Vereinsaktivitäten im Jahr 2005. Hervorgehoben hat er das zweite Neujahrskonzert der Jugend. Zusammen mit der Grundschule Oberilfingen, im Rahmen der 1000-Jahr-Feier der Gemeinde, wurde ein Kinderkonzert vor über 300 Zuhörern aufgeführt, so dass sich das Proben für die Kinder gelohnt hat.

Auch das Frühjahrskonzert, musikalisch gestaltet von der Stadt- und Jugendkapelle, hatte hohe Qualität, schrieb doch die örtliche Herrenberger Lokalzeitung: "Bläserklänge vom Feinsten - Karibisch bis armenisch." Das Stadtfest, der Besuch der Partnerstadt Tarare mit dem Mousselinfest waren ebenso wichtige Veranstaltungen im Vereinskalender wie das Konzert im Kurbad Schlema. Auch der erste Versuch des Vereins, einen "Musikantenbesen" mit traditioneller Blasmusik, Schlachtplatte und Most aus der Taufe zu heben, war erfolgreich und konnte die Teilnehmer begeistern.

Dirigent Matthias Beno verglich das Jahr 2005 mit einer Achterbahnfahrt, bei der sich Hochs und Tiefs stets abwechselten. Beno erhofft sich vor allem von einigen jugendlichen Mitgliedern mehr Engagement. Im Verein könne man sich nicht einfach die besten Module aussuchen.

Vom Blasmusikverband mit der Ehrennadel in Bronze für zehn Jahre Musikertätigkeit wurden Kerstin Bertinchamp, Matthias Ludwig, Stefan Marquardt und Sarah Rörden ausgezeichnet. Die Ehrennadel in Silber für 20 Jahre Musikertätigkeit erhielt Martin Schäberle. Die Vereins-Ehrennadel in Silber für 15 Jahre aktive oder 25 Jahre fördernde Mitgliedschaft erhielten Michael Schneider, Doris Heinz und Ulrich Ketzer, die Ehrennadel in Gold für 40 Jahre fördernde Mitgliedschaft Gottlob Kober und Hans Zinser. Ein Musikerglas für 50 Jahre fördernde Mitgliedschaft erhielten Wolfgang Olscher, Franz Scheuring und Manfred Wagner.


 
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