Presse
 
   Konzert im Advent wie immer in voller Stiftskirche
   
Kreiszeitung-Artikel vom 6.12.2005

Herrenberg - Auch Musikdirektoren haben Lieblingsstücke. Im Programm des Adventskonzert der Stadtkapelle stand "Alleluja laudamus te" von Alfred Reed in der Hitliste von Matthias Beno ganz oben. Es war das emotionalste und technisch schwierigste Stück an diesem Abend.

Seit über 20 Jahren, immer am zweiten Adventssonntag, lädt der Musikverein Stadtkapelle in die Stiftskirche. Dieses Mal stand das "Konzert im Advent" unter dem Motto "Lobpreisung". Die Spannung der Aktiven und Zuhörer war fast spürbar. "Ermunter' dich mein schwacher Geist" von William Latham war ein geglückter Einstieg. Leise, getragen beginnend, bis zum fulminanten Höhepunkt mit klingenden Becken und dem satten Klang des Orchesters. Im Gegensatz dazu "Laudamus te", das Lieblingsstück des Dirigenten Matthias Beno: Dynamisch, kraftvoll von Anfang an, fast wie wenn drei Orgeln gleichzeitig spielen würden.

"Eine Ballade ist eine tragische Vertonung", so Beno, der auch durch das Programm führte, zum nächsten Stück. Überzeugender Solist beim gleichnamigen Stück am Altsaxofon war der 18-jährige Sven Bruckner. Er bereitet sich derzeit auf seine Ausbilderprüfung vor. Das vom Saxofon gespielte, traurig klingende Motiv wiederholen die Klarinetten wie ein Echo. Nach dem gelungenen Auftritt Sven Bruckner die Erleichterung anzusehen. Er erntete herzlichen Applaus.

Für das Konzert im Advent probte die 80-köpfige Stadtkapelle seit Mitte September, berichtet Georg Schwenk, Vorsitzender des Musikvereins. Die Akustik in der Stiftskirche erschwere das Musizieren: "Das Programm ist nicht einfach, und durch den Nachhall kann man sehr leicht Fehler machen."

Nach dem fragend endenden Choral "Herzlich tut mich verlangen", besser bekannt als "O Haupt voll Blut und Wunden", sprach Dekan Klaus Homann einige Worte zur Besinnung. Er ging der Frage nach "wo der Mensch seine Wurzeln hat". Das Stück "Allerseelen" wurde von Richard Strauss ursprünglich für Sopran und Klavier komponiert. Frederick Fenell instrumentierte es für Blasorchester, eine herausragende Vertonung wie Fachleute meinen. Doch auch diese sinfonische, schwierige Hürde meisterte die Stadtkapelle mit Bravour.

Bei "Greensleeves" in der Instrumentierung von Alfred Reed, der erst vor wenigen Wochen im alter von 80 Jahren starb, kristallisiert sich die langsame, traurige Melodie des alten englischen Liedes heraus. Machtvoll setzen die Posaunen ein, fast wütend, erbost klingen die Instrumente. Am Ende kommen die klagenden Anfangstöne wieder durch.

Im "Weihnachtlichen Tryptichon" von James Curnow waren bekannte Klänge zu hören. Das Hauptbild ist das allen bekannte Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht", welches von den beiden Eckbildern mit Trommelwirbeln eingerahmt wird. Zum Motto des Abends passte "Nun danket alle Gott", dessen Melodie Johann Sebastian Bach für eine seiner Kantaten nutzte.

Ein schöner Abschluss war das Lied "Oh du Fröhliche", bei dem die Zuhörer zum Mitsingen eingeladen waren. Dieser gemeinsame Abschluss ist seit vielen Jahren eine Tradition des Konzerts. Mit lang anhaltenden Applaus bedankten sich die Zuhörer für die erfüllte Stunde. Etwa 80 Prozent von ihnen sind Stammpublikum, weshalb der Mittelteil der Kirche bereits eine Stunde vor Konzertbeginn besetzt war. Beim Hinausgehen waren viele anerkennende Worte zu hören. Auch Georg Schwenk, der selbst Saxofon spielt, war zufrieden. "Um nicht zu sagen begeistert", schmunzelt er.




 
Home | Aktuelles | Termine | Veranstaltungen | Verein | Stadtkapelle | Jugendarbeit | Kontakt | Sitemap
Stadtkapelle Herrenberg e.V.
Marienstraße 21
71083 Herrenberg