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   Die musikalische "La Ola" schwappt über Band und Zuhörer
  Bläserklänge fürs Ohr und fürs Auge bei den Sommerfarben auf dem Marktplatz: Herrenberger Stadtkapelle gibt sich bei "It's Showtime" sportlich
Gäubote-Artikel vom 28.06.2005

Was ist eine Orchesterwelle? Wie bindet man das Publikum in ein Konzert ein? Wem gefällt swingende Musik von Glenn Miller, Ragtimes, Rock n Roll und südamerikanische Klänge? Wen interessiert, wie der Herrenberger Gospelchor "Voices ltd." und die Stadtkapelle zusammen klingen. Wer eine Antwort auf diese Fragen sucht, der ist am Dienstag, 5. Juli, um 20 Uhr genau richtig beim Sommerfarben-Konzert der Herrenberger Stadtkapelle auf dem Marktplatz. Es trägt den Titel "Its Showtime".


VON STEFFANIE BAUMANN

Stadtmusikdirektor Matthias Beno und die nahezu 100 Musizierenden haben sich ausgeklügelte Choreografien zu den einzelnen Stücken einfallen lassen und sind eifrig am Proben. Von der so genannten Orchesterwelle (einer "La-Ola" mit erklingenden Instrumenten) über Aufstehen und Niedersetzen bis hin zu seitlichen Abläufen und Schwenks des ganzen Orchesters sowie der einzelnen Instrumentengruppen werden Inszenierungen geboten, die die mitreißende Musik zusätzlich deuten. Anfangs haben die Musiker die Schwierigkeit der rhythmisierten Bewegungen unterschätzt, denn die wirken nur, wenn alle punktgenau mitmachen.


Auf und nieder einmal anders: Die Stadtkapelle will das Publikum einbeziehen ins Konzert
GB-Fotos: Holom

Die Anregung zu der choreografierten Show kam übrigens aus den Musikerreihen selbst. Diese waren bei den Festzeltauftritten frustriert darüber, dass die Bevölkerung mehr an ihrem leiblichen Wohl als an der Kapelle selbst interessiert war, deren Musik "so dahinplätscherte", beschreibt Beno. Mit dem Programm, das teilweise bereits an den Musiktagen gezeigt wurde, bezieht die älteste Kapelle Deutschlands das Publikum mit ein und hofft, dass der Funke auch am Dienstagabend nächster Woche auf dem Marktplatz überspringt.

Nach dem Frühjahrskonzert hat das Proben der Stücke begonnen, die man meist vom Hören kennt. "La Ola" hin, Orchesterwelle her, Stadtmusikdirektor Beno formuliert seine Forderung an die Musizierenden folgendermaßen: "Es sollte trotz aller Show noch schön klingen." Der Stadtmusikdirektor hängt sich mit Leib und Seele in die Probenarbeit rein. Schweißtropfen bilden sich auf seiner Stirn, als er das "Latin Gold"-Medley dirigiert: "Nicht bayerisch gemütlich, sondern zackig aufstehen", fordert er, so dass auch die Bläser ins Schwitzen geraten.

"Mit mehr Schmackes"

An einer Stelle, die einfach nicht klappen will, feuert er seine Musiker humorvoll an und lachend geht es gleich viel besser. Bei "Swing the mood" ist das Orchester ebenfalls permanent auf den Beinen. Während die Basslinie groovt, fordert der Dirigent die Klarinettisten auf, ihre Instrumente kreisen zu lassen, lässt Einwürfe durch Aufstehen verdeutlichen und baut mehrere Schwenks ein: "Wechselt mit ein bisschen mehr Schmackes, nicht wie eine Seniorenband", ermuntert er das Orchester.

Der "St. Louis Blues" wartet mit dynamischen Schattierungen auf, die durch leises "in den Boden spielen" und durch kräftiges "ins Publikum spielen" weiter verdeutlicht werden. Bei den Sambarhythmen von "Tico-Tico" soll die Stadtkapelle "ein bisschen die Bigband" spielen. Der Chef und seine Musiker sowie die gastierenden "Voices ltd." geben alles, Beno ist nur mit hundertprozentiger Leistung zufrieden. Deshalb darf man auf ein spannendes Konzert hoffen.

 

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