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   Eine Autogrammstunde nach dem Konzert
   
Gäubote-Artikel vom 02.09.2004

Herrenberg (gb) 38 Musikerinnen und Musiker der Stadtkapelle Herrenberg weilten in der Ukraine. Die Kapelle aus Kremenec war im vergangenen Jahr in Herrenberg bei den Herrenberger Musiktagen. Es hat ihnen so gut gefallen, dass sie die Herrenberger zum Gegenbesuch eingeladen haben.


Auch die ukrainischen Gastgeber stimmten ein Musikstück
für die Herrenberger Gäste an GB-Foto

Schon vor Antritt der Konzert-Reise in die Ukraine wussten die 38 Teilnehmer aus der Stadtkapelle, dass es eine Reise mit etlichen "Unbekannten" werden könnte. Trotzdem traten die Musikerinnen und Musiker die 30-stündige Busfahrt an, gespannt auf Land und Leute, auf die Konzerte und nicht zuletzt auf die Menschen dieses für zahlreiche Europäer weithin unbekannte Land.

Den ersten richtigen Stopp gab es an der Grenze von Polen in die Ukraine. In dreistündiger Wartezeit wurden alle Formalitäten erledigt. Hauptproblem war es, die Namen der Teilnehmer in kyrillischer Schrift in den Computer einzugeben.

Empfangen wurde die Stadtkapelle mit einem schweren Gewittersturm, der zahlreiche Bäume entwurzelte und die ohnehin mit Schlaglöchern übersäten Straßen nahezu unpassierbar machte. Der Fahrkunst der beiden Chauffeure war es zu verdanken, dass das Ziel, die Stadt Ternopil, 1 600 Kilometer von Herrenberg entfernt, unfallfrei erreicht wurde.

In Ternopile angekommen, wartete Myrosav Babchuk auf die Stadtkapelle. Myrosav Babchuk ist Berufsmusiker und war im vergangenen Jahr mit seiner Kapelle bei den Herrenberger Musiktagen. Dort reifte in ihm der Entschluss, eine Kapelle aus Deutschland zu einem Gastspiel in sein Heimatland einzuladen.

Nach einer Kloster-Besichtigung kam das erste Konzert. In einigen Proben und einem Auftritt bei dem Herrenberger Stadtfest hatte sich das Ukraine-Ensemble der Stadtkapelle auf diese Konzertreihe vorbereitet, ohne allerdings zu wissen, bei welchen Anlässen die Musikaufführungen stattfinden werden. Musiziert wurde dann in der etwa 30 000 Einwohner zählenden Stadt Pirno, etwa 110 Kilometer nördlich von Ternopil. Am Freitagnachmittag waren nicht allzu viele Besucher bei diesem Open-Air-Konzert. Aber den Ukrainern gefiel die Musik der Stadtkapelle so toll, dass Dirigent Andreas Marquart nach Konzert-Ende übersät war von zahlreichen Blumensträußen der Konzertbesucher. Nach dem Konzert war eine Autogrammstunde notwendig, um die Wünsche der Ukrainer Bevölkerung zu befriedigen. Ein richtig toller Auftakt für das Herrenberger Orchester. War man zunächst etwas unsicher, ob die Auswahl des Programms ankommen wird, zeigte sich nach und nach, dass traditionelle deutsche Blasmusik genauso gut ankommt wie Titel aus Rock und Pop oder Big-Band-Sound.

Nach dem täglichen, traditionellen, ukrainischen Frühstück Fleischküchle mit Kartoffelbrei , fuhr man am zweiten Tag zum Konzert nach Ternopil. Die Stadt hat 270 000 Einwohner und ist geprägt von einem großen See, der mitten im Herzen der Stadt liegt. In einem großen Park fand das Konzert der Stadtkapelle statt. Nachdem Trachten- und Volkstanzgruppen aus der Türkei, Slowakei, Tschechien, Polen und Ungarn ihr Können zeigten, war die Stadtkapelle dran, den kulturellen Bogen von Deutschland in die Ukraine musikalisch zu knüpfen. Angestachelt vom Erfolg des ersten Konzerts boten die Herrenberger Musiker auch in Ternopil ein hervorragendes Konzert.

Am Abend nach Disco im Park und einigen Tanzrunden ging es wieder zurück nach Kremenec. Übernachtet wurde in einer Schule für Technik-Studenten, einem ehemaligen Schloss des Grafen Woronin. Die Musiker aus dieser Schule waren zusammen mit dem Orchester von Myrosav Babchuk bei den Herrenberger Musiktagen. Der Leiter der Kapelle, Stepan Iwanytskyi, ließ es sich nicht nehmen, noch ein Lied für die Stadtkapelle zu intonieren. Ausgesucht hat er ein Freiheitslied aus der Ukraine "Der Sturm auf dem Fluss", das von dem berühmten ukrainischen Dichter Taras Schewtschenko stammt. In einer Probe wurde das Stück eingeübt und am dritten Tag des Aufenthalts beim Abschiedskonzert in Kremenec aufgeführt. Alle Konzertbesucher waren ergriffen, standen auf und sangen mit. Wie überhaupt bei der gesamten Tournee: Es war unglaublich, mit welcher Freundlichkeit und Herzlichkeit die Herrenberger Musiker aufgenommen wurden, und dies war trotz aller Strapazen die Reise wert.

 

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