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   Krieg der Sterne und Paulchen Panther
   
Kreiszeitung-Artikel vom 09.07.2004

Herrenberg - Filmmusik als musikalischen Leitfaden hatten Matthias Beno und das Orchester der Herrenberger Stadtkapelle ausgewählt. Beim gut besuchten Konzert auf dem Marktplatz zeigte sich das Publikum dankbar für einen ansprechenden Musikabend, schwelgend in bekannten Melodien. "Mein Name ist Marquart. Andreas Marquart." So kündigte Moderatorin Karin Schwenk den Dirigenten an, denn nicht Matthias Beno leitete das Orchester. Dieser hatte sich zehn Tage zuvor bei einem Verkehrsunfall eine Verletzung zugezogen. Glück im Unglück für das große Blasorchester, einen ausgebildeten und erfahrenen Dirigenten unter den Musikern zu haben: Marquart kannte alle Stücke und sprang nahtlos ein.

"Goldfinger", "Dr. No", "Octopussy" - beim Erklingen der bekannten Themen sieht man alles vor sich: rasante Verfolgungsjagden, Bonds smartes Lächeln, die Drinks - geschüttelt, nicht gerührt. In Herrenbergs "guter Stube" präsentierte das 70-köpfige Orchester ein eindrucksvolles Open-Air-Klangerlebnis.

Die Musiker erwiesen sich aber genauso als Meister der zarten Töne, etwa wenn Paulchen Panther sich auf leisen Sohlen in die Szene schleicht. Akzentuiert, der Percussion einen wichtigen Part zuweisend, prägnant, effektvoll, witzig bringen die Musiker den rosafarbenen Kater ins Spiel. Wie bei jedem Stück gab's auch hier begeisterten Beifall für Dirigent und Kapelle. Henry Mancinis Melodien sind weltbekannt, der Vielseitigkeit dieses genialen Musikers und Komponisten trug die Stadtkapelle mit einem weiteren Potpourri Rechnung.

Szenenwechsel auf die West-Side: Leonard Bernstein durfte nicht fehlen. "Maria", "Tonight" und - last but not least - "America", als fulminanter Schluss kurz angespielt. Ein Ausflug nach Hollywood ist undenkbar ohne die Disney-Produktionen, hier vertreten durch den Welterfolg Aladdin, in einem Arrangement von John Moss. Es begann melodiös-orientalisch, kraftvoll ertönt die Pauke, beim anschließenden Marsch sind alle Musiker im Einsatz. Leicht tänzelnd scheint dann der Geist als der Flasche zu schweben. Zahlreiche Tempo- und Taktvarianten, mal forte, mal sorgten die Flöten und Klarinetten für leise, geschmeidige Weisen, bevor wieder die Blechbläser einstimmten und den Platz mit sattem, vollem Klang erfüllten.

Nicht fehlen bei einer Auswahl aus Amerikas Filmproduktionen durfte zweifellos eine der bekanntesten Filmmusiken: Star-Wars, der Kampf der Giganten, des Guten gegen das Böse. Für ein großes Blasorchester in sinfonischer Besetzung erwies sich diese Musik von John Williams als überaus geeignet und beeindruckte durch imposante Präsentation.

Krönender Abschluss des offiziellen Teils: Man schließe die Augen, stelle sich die getragenen Töne einer Mundharmonika vor. Niemand spricht ein Wort. Richtig! Ennio Morricone - "Spiel mir das Lied vom Tod". Hier ohne Mundharmonika, sondern in voller Besetzung erklangen die bekannten Tonfolgen. Tragende Rolle neben den Flöten hatte die Percussion, die mit Witz und Authentizität die Stimmung des Films wiedergab. Zu spüren war: das machte Spaß! Den Musikern, dem Dirigenten und dem Publikum. Anhaltendem Beifall und Zugabe-Rufe, die das Orchester mit zwei Märschen belohnte.

 

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