Presse
 
   Musikalische Jagd nach dem "Schnatz"
  Frühjahrskonzert der Stadtkapelle Herrenberg:
Vier Orchester bieten Programm für jeden Geschmack
Gäubote-Artikel vom:29.03.2004
von SAHRA LUSCHER

Einen Querschnitt durch das Musikregister bot die Stadtkapelle Herrenberg am Samstag bei ihrem traditionellen Frühjahrskonzert. Unter der Leitung von Matthias Beno unterhielten die Musiker die zahlreichen Zuhörer mit einem abwechslungsreichen Programm.

"Bläserminis", "Jugendgruppe", das Jugendblasorchester und das symphonische Blasorchester der Stadtkapelle Herrenberg zeigten sich von ihrer besten Seite und bewiesen in der Stadthalle ihr spielerisches Können. Mit einem Konzert für Posaune, einer Hommage an Harry Potter und den Tänzen aus Leonard Bernsteins berühmtem Musical "West-Side-Story" spielten sie sich in die Herzen ihres Publikums. Dabei überraschten die Musiker mit akustischen und visuellen Effekten.

Den Anfang machten die Jüngsten der Stadtkapelle. Die acht- bis neunjährigen "Bläserminis", die erst im Herbst vergangenen Jahres mit dem Musizieren begonnen haben, meisterten ihren ersten Auftritt unter der Leitung von Musikdirektor Matthias Beno souverän. Mit Michael Sweeney´s "Lets rock" und dem "Tiger Rock" von Brian Connery brachten sie das Publikum in Stimmung und wurden mit viel Beifall belohnt.

Klanggewaltig ging es mit der "Jugendgruppe" und Vizedirigent Andreas Marquart weiter. Besonders begeisterten sie die Zuhörer mit dem Stück "Brazil" von Ary Barroso. Die wohl meistgespielte Samba, deren Inhalt sich um die Freiheit dreht, ließ den ein oder anderen Fuß im Takt mitwippen. Auch die rund 50 Mädchen und Jungen des Jugendblasorchester, ebenfalls unter der Leitung von Matthias Beno, bewiesen, dass sie ihre Instrumente beherrschen. Neben dem Pflichtstück für den diesjährigen Orchesterwettbewerb in Burladingen zeigten sie bei den "Königlichen Variationen" James Curnows ihr Können. Alle Figuren, die sich am königlichen Hof aufhalten, wurden in Noten umgesetzt, und so erschien seine Majestät persönlich oder auch die ein oder andere Dienstmagd vor dem geistigen Auge der Zuhörer.

Südamerikanisches Flair brachte die Sammlung von bekannten lateinamerikanischen Stücken mit dem Titel "Latin gold", ein Arrangement von Paul Lavender, in die Stadthalle. Hier bot die "Jugendgruppe" eine kleine Musikshow mit viel Körpereinsatz, die das begeisterte Publikum mit langem Applaus honorierte.

Nach einer kurzen Pause hatten dann die 70 Musiker der Stadtkapelle ihren Auftritt, bei der alle Freunde der symphonischen Blasmusik auf ihre Kosten kamen. Erster Höhepunkt des zweiten Teils des Abends war das anspruchsvolle "Konzert für Posaune" von Rimsky-Korsakov, der lange Zeit Chefinspekteur der russischen Marinemusik war. Aufmerksam verfolgte das Publikum die hervorragend gespielten Soli von Vichan Molerov, der PosaunenLehrer an der Musikschule in Herrenberg ist.

Ein weiterer Höhepunkt war die fünfsätzige Suite von James Barnes, bei der das Blasorchester das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes verzauberte und in die Welt von Harry Potter entführte. Im ersten Satz hatten der kleine Waisenjunge und das Schloss "Hogwarts" ihren Auftritt. Jeder, der die Bücher und Filme kennt, erkannte im zweiten Satz sofort den tollpatschigen Waldhüter "Hagrid" wieder und natürlich durfte auch der größte aller Zauberer "Professor Dumbledore", nicht fehlen. Die Boshaftigkeit des Professors der Gifte, "Snape", sprach aus dem vierten Satz. Hervorragend umgesetzt war jedoch das meisterliche Spiel der Lüfte: Das Quidditch. Ebenso rasant, teilweise brutal und hektisch, eben wie das Spiel mit dem Besen selbst, war der fünfte Satz der Zaubersuite. Das Auf und Ab der Töne in schnellem Tempo verdeutlichte die Jagd nach dem "Schnatz" äußerst realistisch. Bei den folgenden vier israelischen Tänzen von Jan van der Roost mit dem Titel "Rikudim", kamen Freude jiddischer Musik ganz auf ihre Kosten.

Angefangen von verträumten bis hin zu feurigen Tänzen, war für jeden Geschmack etwas dabei. Einfühlungsvermögen und pures Gefühl bewies das Orchester bei Leonard Bernsteins berühmtem Musical "West-Side-Story". Gekonnt boten sie einen Mix aus den unterschiedlichen Stücken der Geschichte um Liebe, Hass, Trauer und Hoffnung.

Mit dem Showstück "Swing the mood", einem Arrangement von Michael Sweeney, bei dem das Orchester mit vielen visuellen und akustischen Überraschungen aufwartete, verabschiedete sich das Blasorchester der Stadtkapelle von seinem Publikum, das den langen, aber gelungenen Abend mit "Bravo-Rufen" und lang anhaltendem Beifall belohnte.



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