Presse
 
   Ans Limit des Leistungsvermögens
   Hauptversammlung der Stadtkapelle - Georg Schwenk zählt Höhepunkte auf
Kreiszeitung-Artikel vom 08.03.2004

Herrenberg - "Es gibt Jahre, die gehen in die Geschichte des Vereins ein. Von denen spricht man auch noch Jahre später. Das Jahr 2003 ist eines davon", so der 1. Vorsitzende Georg Schwenk zum Auftakt der Jahreshauptversammlung des Musikverein Stadtkapelle Herrenberg.

"Sprechen" so Georg Schwenk weiter, "wird man auf jeden Fall über den 1. Wettbewerb des Vereins in Wasserburg am Inn, wo man auf Anhieb einen sechsten Platz belegte". Was den Musikern wohl nicht so gefallen hatte, war die Art der Benotung: "Es gab keinerlei Bewertung, was war gut, was müsst Ihr verbessern, wo sind die Schwachstellen oder die Stärken im Orchester. Im Nachhinein muss ich sagen - einen Wettbewerb in dieser Form kann man sich sparen", so der 1. Vorsitzende.
Ein Glanzpunkt in der Vereinsgeschichte war dann das Diplomkonzert von Dirigent Matthias Beno, der sich in drei arbeitsintensiven Jahren auf diesen bisherigen Höhepunkt seines beruflichen Lebens vorbereitet hatte. "Es war wohl nicht immer einfach, neben dem Beruf als Dirigent und Musiklehrer bei der Musikschule in Herrenberg ein Vollstudium mit Klavier als Hauptfach, Partiturspiel, mit Blasmusikgeschichte, Dirigier-Einzelunterricht, Instrumentation sowie Praktikumsorchester und Mitwirken im Hochschul-Blasorchester unter einen Hut zu bringen. Unvergesslich für Dirigent und Orchester waren auch die Musikproben mit Professor Hamers, dem ehemaligen Chefdirigenten der königlichen Marinekapelle Hollands, der extra wegen dem Diplomkonzert dreimal nach Herrenberg gekommen war", bilanzierte Schwenk.

Am 4. Juli war es endlich soweit. Angereist mit zwei Omnibussen und bestens motiviert ging die Stadtkapelle bis ans "oberste Limit ihres musikalischen Leistungsvermögens". Das Diplomkonzert im Mozartsaal der Kongresshalle Augsburg wurde zu einem großen Erlebnis für alle Musikerinnen und Musiker und natürlich vor allem auch für Matthias Beno.

Mit den exzellenten Noten von 1,7 für die mit der Stadtkapelle Herrenberg vorbereiteten und vorgeführten Musikstücke, einer 2,3 bei der Lehrprobe und einer 2,0 für die Instrumentierung erreichte er eine hervorragende Bewertung. "Ohne mein Orchester wäre dies nie möglich gewesen, finanziell wie auch fachlich", so dessen Tenor.

Zur Zeit hat die Stadtkapelle 187 Aktive. "Das sind wunderbare Zahlen", sagte Georg Schwenk, "und ich darf mit Freude feststellen, dass wir in den vergangenen 15 Jahren noch nie ein Problem mit genügend Nachwuchs hatten. Eher schon das Gegenteil, denn eins ist klar: Personell und räumlich sind wir inzwischen an der Obergrenze des Machbaren angekommen."

Trotzdem freue sich der Verein über jedes Kind, das zur Stadtkapelle kommt und ein Instrument erlernen möchte. Aber da komme auch gleichzeitig das Problem: Die Zeiten seien härter geworden, bei den Festen seien die Gewinne wie in früheren Jahren nicht mehr zu erzielen.

Vereinskassierer Andreas Fischer bestätigte die finanziellen Probleme im Verein, stellte aber fest, dass man zwar keine Rücklagen habe, aber auch keinerlei Schulden.

Schriftführerin Monika Fleischhauer ließ das Jahr 2003 mit 111 Terminen, darunter etlichen Konzerten, den Herrenberger Musiktagen, Stadtfest, Weihnachtsmarkt und drei Hochzeiten von Musikerinnen und Musikern noch mal Revue passieren.

Auch Dirigent Matthias Beno ging nochmal auf sein Diplom-Konzert ein und bedankte sich bei Vorstandschaft und der Kapelle für dieses einmalige und beeindruckende Erlebnis, "denn," so Beno, "welche Berufsgruppe macht ihren Abschluss schon öffentlich". Trotz der Wichtigkeit des Diplomkonzerts hätten die weiteren Auftritte nichts an Bedeutung verloren. Besonders hob er die neu einstudierte Bühnen- und Orchester-Show hervor, die sich "nicht nur hören, sondern auch sehen lassen kann."

Nach der einstimmigen Entlastung der Vorstandschaft, die durch Bürgermeister Andreas Gravert durchgeführt wurde, bedankte sich dieser im Namen der Stadt und des Gemeinderats für die vielseitige und qualifizierte Arbeit der Stadtkapelle. Auch wenn die Zuschüsse seitens der Stadt durch gespannte Haushaltslage teilweise reduziert beziehungsweise gestrichen werden müssten, bewundere er doch die Stadtkapelle, die versuche, diese finanziellen Engpässe selbst zu lösen.

Schwenk gab bekannt, dass erstmalig bei den Herrenberger Musiktagen rund um den Stadthallenplatz ein historischer Markt mit Gauklern, Rittern, Feuerschluckern und zahlreichen alten, fast schon vergessenen Berufen präsentiert wird.

Auch das Internet werde für die Stadtkapelle immer interessanter und nachdem Sebastian Fleischhauer die erste Hompage geschaffen hat, waren bereits 11 494 Besucher auf der Seite Stadtkapelle-Herrenberg.de. Betreut und auf dem Laufenden gehalten wird diese Seite von Helmut Däuble, der künftig das Amt des EDV-Beauftragten im Verein innehat.



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