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   Ehrgeizige Stadtkapelle: Ein Festabend der Blasmusik
   Musikverein Stadtkapelle Herrenberger glänzt durch herausragende Leistungen
Gäubote-Artikel vom:07.04.2003

Herrenberg - Großes vorgenommen haben sich die Musikerinnen und Musiker der Herrenberger Stadtkapelle, möchten sie doch in diesem Jahr bei einem internationalen Wettbewerb in Wasserburg/Inn teilnehmen und - ehrgeizig wie sie sind - unbedingt einen der ersten drei Plätze belegen.

Nach der am Samstag beim Konzert in der randvoll besetzten Herrenberger Stadthalle gezeigten Leistung unter der Leitung von Musikdirektor Matthias Beno könnte dies durchaus gelingen.

Schon das Pflichtstück für den im Mai geplanten Wettbewerb - "Invictus" von Philipp Sparke, einem erfolgreichen Komponisten zahlreicher Werke für symphonische Blasorchester - verlangte von dem Orchester alles ab, zeigte aber auch, dass in der Kapelle ein großes Potential an Musikalität und Energie steckt, das von Dirigent Matthias Beno gekonnt musikalisch umgesetzt wurde.

Begonnen hatte das Konzert mit den "Bläserminis", die seit gut sechs Monaten ein Instrument besitzen und für diese kurze Zeit schon beachtliche Fortschritte erzielt haben. Matthias Beno, der neben der aktiven Kapelle auch das Jugendblasorchester und die "Bläserminis" dirigierte, hatte diese neue Formation auf Wunsch zahlreicher Eltern ins Leben gerufen, damit die Kinder schon möglichst frühzeitig lernen, dass Blasmusik am schönsten im Ensemble klingt und dazu Teamgeist und Probenarbeit notwendig ist.

Schon fast zwei Jahre in der instrumentalen Ausbildung sind die Kinder der Jugendgruppe, die von Andreas Marquart geleitet werden. Man merkt die Fortschritte schon recht deutlich. Das Repertoire ist um einiges schwieriger als bei den Bläserminis, aber doch noch nicht so schwer, dass der Spaß am musizieren dabei verloren gehen könnte. Es gab großen Beifall vom Publikum, das dann auch mit einer Zugabe belohnt wurde.

Im Mittelpunkt des Programms der Jugendkapelle stand die Komposition "Ein Tag im Zirkus" von James Curnow. Man sah förmlich die Manege vor sich, die Clowns mit flotten, spritzigen Klarinetten- und Flötenklängen, Fanfaren zum Einzug der "Gladiatoren", die schwerfälligen Elefanten, imitiert von den tiefen Registern, und die wagemutigen Trapezkünstler, die von den Schlagzeugern bestens interpretiert wurden.

In die Welt ihrer Eltern tauchte das mit über 40 Musikerinnen und Musikern besetzte Orchester mit der Komposition "Rock in the sixties" von Paul Lavender. Viel wohlverdienter Applaus für eine ausgezeichnete Leistung war verdienter Lohn für die Kapelle, die es mit zwei Zugaben dankte. Nach einer Pause eröffnete das "Große Blasorchester des Musikverein Stadtkapelle Herrenberg" unter der Leitung von Musikdirektor Matthias Beno ihren Konzertteil mit dem Traditionsmarsch "Einzug der Gladiatoren" von Julius Fucik. Bei der für das Wertungsspiel ausgesuchten Komposition - neben dem Pflichtstück "Invictus" muss immer noch ein Selbstwahlstück vorgetragen werden - handelt es sich um ein sehr anspruchsvolles Werk mit dem Titel "Incantation and Dance" von John Barnes Chance. Trommelnder, ständig sich verändernder Rhythmus nicht nur im Schlagzeug, sondern in allen Registern, teilweise auch direkt gegeneinander, machen dieses Werk zu einem Höchststufen-Stück der schwierigeren Kategorie. Auch die melodiöseren Seiten des Arrangements sind höchst anspruchsvoll und fesselnd. Das Orchester scheint für das Wertungsspiel bestens gerüstet, denn es wird kaum möglich sein, die beim Konzert in der Herrenberger Stadthalle gezeigte Leistung noch zu toppen.

Dass die Stadtkapelle auch Solisten in ihren Reihen hat, das zeigte sie vor allem bei dem Stück "Diagramm" von Andre Waignain. Die virtuos geblasene Klarinetten-Kadenz von Thilo Marquardt war allein schon das Eintrittsgeld wert.

Einen Ausflug in das Reich der Indianer machte die Kapelle mit dem Stück "Mazama" von Jay Chattaway. Vor allem das Schlagzeugregister prägte diese fulminant wirkende Komposition. Dazu der Gesang der Kapelle und die tiefen gefährlich und angstvoll wirkenden Klänge der Flöten machten einen nachhaltigen Eindruck auf das Publikum. Beifallsrufe, Zugaben, Blumen - es gab alles, was zu einem großen Konzertabend, der noch in nachhaltiger Erinnerung bleiben wird, gehört.

Eine Reihe verdienter Mitglieder des Vereins wurden vom Vorsitzenden der Stadtkapelle, Georg Schwenk, und dem Musikervorstand der Stadtkapelle, Kreisjugendleiter Andreas Marquart, geehrt: Die Goldene Ehrennadel des Blasmusikverbands Baden-Württemberg erhielten Jürgen Schilling (30 Jahre Musiker und Turmbläser), Klaus Meissner (30 Jahre Musiker), Rainer Eitelbuss (30 Jahre Musiker, stellvertretender Vorsitzender und Turmbläser), Eberhard Fauß (40 Jahre Musiker, Vereinsgründer im Musikverein Öschelbronn und seit 1976 in Herrenberg, außerdem bei den Turmbläsern aktiv), Andreas Fischer (40 Jahre Musiker, Hauptkassierer und Turmbläser). Zu Ehrenmitgliedern des Musikvereins Stadtkapelle Herrenberg ernannt wurden Kurt Bühler und Rudolf Krauß.



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