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   "Bläserminis" geben bei den Kindern den Ton an
   
Gäubote - Artikel vom 19.05.2003

Herrenberg - Oboe, Querflöte, Klarinette, Saxofon, Posaune, Horn und Trompete gehören zu einem vollständigen Blasorchester. Diese Vielzahl an Blasinstrumenten konnten die Besucher am Tag der offenen Tür der Stadtkapelle Herrenberg kennenlernen. Die "Bläserminis" des Vereins stellten dabei vor zahlreichen Besuchern im Studio der Musikschule mit einigen kleinen Stücken ihre Instrumente vor.

Um die Nachwuchsarbeit im Verein zu fördern und interessierten Kindern einen Einblick in die Musik der Blasinstrumente zu geben, organisiert die Stadtkapelle mit ihrem Leiter Matthias Beno jährlich einen Tag der offenen Tür. Dabei finden sich immer junge Nachwuchsmusiker, die sich noch am selben Mittag für dieses musikalische Hobby entscheiden.


Doch die Auswahl ist groß. Die 23 Jungbläser im Studio der Musikschule zeigten den jungen Zuhörern mit einigen kurzen Stücken die Vielfalt an Klängen und Farben, die ein Blasorchester erzeugen kann. "Die Bläserminis musizieren seit einem knappen Jahr zusammen und zeigen, dass man auch schon nach kurzer Zeit gemeinsam in einem Orchester spielen kann", erklärte Matthias Beno den Zuhörern. "Dabei ist der richtige Ton nicht das Wichtigste, sondern das Zusammenspiel und der Gesamtklang." Dass dieses gemeinsame Musizieren ein Ansporn für den Musiknachwuchs des Vereins ist, war am Sonntag deutlich zu erkennen.


Älteste deutsche Stadtkapelle


Als älteste deutsche Stadtkapelle - sie besteht seit 1557 - hat der Herrenberger Verein momentan drei Jugendorchester und bietet rund 150 Kindern eine musikalische Ausbildung, begonnen bei der musikalischen Früherziehung bis zum Einzelunterricht oder der Orchesterarbeit. Dabei arbeite man eng mit der Musikschule zusammen, wie Beno den Eltern berichtete, denn die drei Instrumentallehrer des Vereins sind alle an der Musikschule angestellt.


Den Kindern, die an diesem Mittag gekommen waren, zeigten die Bläserminis auf spielerische Weise die Einzelklänge der Instrumente auf. Nach der Vorstellung der Holz- und Blechbläser lernten die Zuhörer auch die Funktion der Instrumente kennen. So hörte das Publikum, wie ein Stück ohne eine bestimmte Instrumentengruppe wirkt und wie es klingt, wenn zum Beispiel die zuvor pausierenden Saxofone wieder einsetzten. "Die Saxofone sind die Vermittler zwischen Blech und Holz, weil sie beide Klänge nachahmen können. Tenorhorn und Posaune bilden die Grundlage, die Tiefe des Klanges und die Holzbläser sind für das Melodiöse, für die Weichheit zuständig." Durch das Spiel des Orchesters konnten die Zuhörer diese Erklärungen Benos nachvollziehen.


Dass die Saxophongruppe momentan ausgelastet ist, hängt mit dem derzeitigen, modischen Ruf dieses Instrumentes zusammen. Die Tenor- und Waldhorngruppen dagegen haben laut Beno immer genügend Kapazitäten für den Nachwuchs frei, da sie zu den anspruchsvolleren und unbekannteren Blasinstrumenten gehören.


Buntes Durcheinander


Nach der kurzen Präsentation waren alle interessierten Kinder aufgefordert, die Instrumente selbst auszuprobieren. Zwar wagte nicht jeder diesen Schritt, doch schon einige Minuten, nachdem die Bläserminis ihr Programm beendet hatten, erfüllte ein buntes Durcheinander von Tönen den Raum. Während ein kleiner Junge probierte, einen Ton auf der Klarinette zu spielen, versuchte sich sein Bruder am Schlagzeug, das der größte Anziehungspunkt für alle mutigen Nachwuchsmusiker war. Viele kamen dem Angebot Benos nach einer kurzen Beratung nach, so dass sich viele Eltern mit ihren Kindern zum Gespräch in die Warteschlange einreihten. Am Ende des Nachmittags konnte der Verein schließlich 16 Neuanmeldungen verbuchen. Mit der Resonanz zeigte sich Beno sehr zufrieden. Noch mehr Kinder als im Vorjahr haben sich für ein Blasinstrument entschieden.


Die neu angemeldeten Schüler werden nach den Sommerferien ihren Einzel-Unterricht beginnen. Fast alle sind im Grundschulalter und machen ihre ersten instrumentalen Erfahrungen unter der Leitung der Herrenberger Stadtkapelle. Der Verein muss sich also keine Sorgen um seinen musikalischen Nachwuchs machen.



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