Presse
 
   Bläser mit musikalischem Herzblut und in Bestform
   Konzert der Stadtkapelle
Gäubote - Artikel vom 07.04.2003

Musikalisches Herzblut, technische Perfektion und eine Auswahl erlesener Werke machten den Samstagabend in der Herrenberger Stadthalle für den Zuhörer zu einem großen Erlebnis: Die Stadtkapelle präsentierte sich unter Leitung von Matthias Beno in Bestform. Ob im "Phantom der Oper" oder im "Einzug der Gladiatoren" - für ihre Darbietung wurden die Musiker vom Publikum in der voll besetzten Halle mit tosendem Applaus belohnt.

Vor den "Großen" durften sich allerdings erst die "Kleinen" an den Instrumenten austoben. Gerade mal ein halbes Jahr in der Ausbildung - und schon konnten sich die neu gegründeten "Bläserminis" zum ersten Mal auf der Bühne profilieren. "Dankeschön im Voraus für den Applaus, denn für die Kinder ist es natürlich das Wichtigste." Diese Anmerkung von Matthias Beno hätte es nicht gebraucht: Wacker schlugen sich die Kleinen im Alter zwischen fünf und acht Jahren mit dem "Schildkröten-Rennen" und dem "Mc Donald`s Marsch" durch ihren ersten Auftritt. Sichtlich stolz genossen sie den Applaus, den sie dafür ernteten.

Bevor die Jugendlichen schließlich ins Jugendblasorchester eintreten dürfen, machen sie Station in der so genannten Jugendgruppe, die unter dem Taktstock von Andreas Marquart agiert. Dieser wiederum hatte sich die Titelmusik von "Mission Impossible" vorgenommen. Der Titel täuschte: Für die Jugendlichen war es keine "Unmöglichkeit", diesem rhythmusgeladenen Werk Leben einzuhauchen. Mit dem swingenden Jazz-Klassiker "I`m walking", beendete der Nachwuchs seine Vorstellung.


Jetzt war es Zeit für das "Jugendblasorchester" seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen: In den "Canterbury Tales" - den "Geschichten aus Canterbury" - ging es um Ritter, Landhausbesitzer und einen gewieften Müller, deren Charaktere die jungen Akteure musikalisch gekonnt in Szene setzten. Nach einem aufregenden "Tag im Zirkus", der an alle Beteiligten hohe Anforderungen stellte, verabschiedete sich das Orchester mit "Rocking in the Sixties" in einem Arrangement von Paul Jennings.


Der Vereinsvorsitzende Georg Schwenk hatte vor der Pause noch "Ehrenhaftes" zu erledigen. Turmbläser Jürgen Schilling wurde ebenso wie Rainer Eitelbuß und Klaus Meissner für 30-jährige aktive Mitgliedschaft mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Eberhard Fauß, "der Senior in unserer Kapelle", ist bei den Herrenberger Musikern seit 1976 aktiv. Der Blasmusik hält er seit inzwischen 40 Jahren die Treue. Ebenso Andreas Fischer, der inzwischen das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden inne hat und laut Schwenk "immer da geholfen hat, wo es von Nöten war". Kurt Bühler und Rudolf Krauß wurden zu "Ehrenmitgliedern der Stadtkapelle" ernannt, während der Ehrenvorsitzende Paul Schmidt zu seinem 75. Geburtstag eine Kiste Wein geschenkt bekam.


Mit einem strahlend-pompösen "Einzug der Gladiatoren" von Julius Fucik eroberte die Stadtkapelle gleich zu Beginn die Herzen des Publikums. Philipp Sparkes "Invictus" dagegen hat für die Herrenberger Musiker eine besondere Bedeutung. Zum einen wurde es am Samstag zum ersten Mal öffentlich aufgeführt, zum anderen wird die Kapelle das Stück bei einem Wettbewerb vortragen. Spannungsgeladene Sequenzen wechseln sich ab mit getragenen Phrasen, während sich die verschiedenen Register auch im schnellen Teil nicht durcheinander bringen lassen, sondern konsequent die melodische Auflösung am Schluss anstreben.


"Diagramm" - ein Werk, beim dem wahrscheinlich auch ein reines Profi-Orchester ziemlich zu knabbern hat, folgte. Der Komponist André Beniot hat es jedenfalls erreicht, dass der Zuhörer nicht weiß, was einen im nächsten Takt erwartet. Tempiwechsel, Dissonanzen, gewollt verschlungen-schräge Akkorde vervollkommnen das Bild. Nach hörenswerten Soli von Klarinette, Flöte und Oboe steigert sich das Klang-Abenteuer in allen Variationen im gewaltigen Crescendo hin zum Finale. Das reizvollste Werk präsentierten die Musiker mit "Incantation an Dance" von John Barnes Chance. Das Erwachen von Hexen und Dämonen soll dieses Stück darstellen. Im Vortrag waren wieder die Stärken einzelner Register und des Gesamtorchesters zu hören, und insgesamt sechs Mann sorgten mit allerlei Schlaginstrumenten für den richtigen Rhythmus.


Aber die Musiker können auch singen. Um die indianischen Klänge in "Mazama" abzurunden, brauchte es neben eines prägnant-bestimmenden Trommel-Rhythmus` die Stimmen aller Akteure, die die nachdenklichen Töne im Leben eines Indianers charakterisieren. Zum Schluss geisterte das "Phantom der Oper" durch die Herrenberger Stadthalle, das bekannte Melodien spannend zu Gehör bringt, und die Musiker zum Endspurt antrieb. Aber so schnell wollte das Publikum die Akteure doch nicht gehen lassen: Zwei Zugaben mussten sein, bevor sich die Musiker um Matthias Beno unter tosendem Applaus endgültig verabschiedeten.



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